Smarte Batterie für den ersten schwimmenden Windpark der Welt

Sebastian Bringsværd, Leiter des Hywind-Projekts bei Statoil: . „Batwind schafft Mehrwert, indem es die Fluktuation des Windes ausgleicht“ (Foto: Ole Jørgen Bratland)
Sebastian Bringsværd, Leiter des Hywind-Projekts bei Statoil: . „Batwind schafft Mehrwert, indem es die Fluktuation des Windes ausgleicht“&emsp,(Ole Jørgen Bratland)
28.11.2017

Ein Batteriespeichersystem von Younicos soll zukünftig dafür sorgen, dass saubere Energie aus dem weltweit ersten schwimmenden Windpark sicher in das britische Stromnetz integriert wird. Der Berliner Speicherpionier wird dem norwegischen Energiekonzern Statoil, Betreiber der Anlage “Hywind” in Schottland, dazu ein 1MW/1,3 MWh-Batteriesystem liefern.

Das System besteht aus zwei Y.Cubes, der von Younicos entwickelten modularen Containerlösung für Energiespeicherprojekte. Zentrales Element des Systems ist die intelligente Softwareplattform Y.Q, die das gesamte System vollautomatisch steuert und die Batterie befähigt, mehrere Dienstleistungen parallel zur Verfügung zu stellen. Dazu gehört, die Einspeisung des Windstroms an die Auslastung des Netzes anzupassen, aber auch die Frequenz des Netzes konstant bei 50 Hertz zu halten. Der Speicher trägt den Namen „Batwind“ und ist eine gemeinsame Entwicklung von Statoil und Masdar, dem größten Exporteur von Erneuerbaren Energie des Mittleren Ostens. Das Speichersystem wird ab dem zweiten Quartal 2018 in Betrieb gehen.

Die beiden 10-Fuß-Batteriecontainer werden in der Hywind-Onshore-Umspannstation in Peterhead, Schottland, aufgestellt. Basierend auf den Erfahrungen und Tests des 1MW/1,3 MWh-Batteriespeichersystems, das an HywindScotland angeschlossen ist, werden Statoil und Masdar die nächsten Schritte bei der Weiterentwicklung der Lösung bewerten. Hywind Scotland wird von Statoil im Auftrag des Partners Masdar betrieben, an dem Statoil einen Anteil von 75 % und Masdar von 25 % hält.

Sebastian Bringsværd, Leiter des Hywind-Projekts bei Statoil, sagte dazu: “Mit Younicos intelligenter Y.Q-Software – oder dem Gehirn der Batterie, wenn Sie so wollen – stellen wir sicher, dass sich der Speicher so verhält, wie wir es uns wünschen. Zum Beispiel weiß die Batterie automatisch, wann sie Strom zurückhalten und speichern muss und wann sie ihn ins Netz einspeisen soll. Wenn uns also Wetterdaten sagen, dass der Wind in zwei Stunden zunimmt oder dass die Preise in drei Stunden wegen des überlasteten Netzes sehr niedrig sein werden, wird ‚Batwind‘ auf der Grundlage dieser Informationen handeln.”

Y.Q sorgt für Ausgleich für Böen

“Wir glauben, dass Batteriespeicher eine Schlüsseltechnologie für die Energiesysteme von morgen sind. Da die erneuerbaren Energien immer mehr ausgebaut werden, sind Speicher entscheidend, um Stabilität und Zuverlässigkeit in der Energieversorgung zu gewährleisten. ‚Batwind‘ schafft Mehrwert, indem es die Fluktuation des Windes ausgleicht – und damit den Wind zu einem zuverlässigeren Energieerzeuger macht. Das wird die Nutzung und den Markt für Windkraft und erneuerbare Energien in Zukunft erweitern“, ergänzte Bringsværd.

Volker Buddensiek