Deutschlands größte Vakuumröhren-Solaranlage in Betrieb genommen

Das Kollektorfeld in Senftenberg. (Foto: Ritter XL Solar)
Das Kollektorfeld in Senftenberg. (Foto: Ritter XL Solar)
29.09.2016

Im August wurde in Senftenberg nach einer 5-monatigen Bauzeit Deutschlands bislang größte Vakuumröhren-Solaranlage in Betrieb genommen. Die Anlage könnte wegweisend sein, da es sich um eine der ersten Megawattanlagen handelt, die ins klassische städtische Fernwärmenetz einspeisen.

Die Befüllung der Anlage erfolgte am 16.August. In den folgenden Tagen wurde die Anlage ausführlich getestet. Dank des sonnigen Spätsommerwetters konnte die Anlage bereits in den ersten 8 Tagen täglich zwischen 15 und 30 MWh liefern. In den ersten 14 Tagen erreicht die Anlage 350 MWh und konnte innerhalb des ersten Monats bereits 20% der garantierten Jahresleistung liefern.

Entstanden ist die solare Fernwärmeunterstützung in Senftenberg ohne Forschungsmittel oder Sonderförderung, lediglich die MAP-Förderung der KfW wurde in Anspruch genommen. Diesen Punkt betont man bei den Stadtwerken Senftenberg. In einer Zeit, in der die Zukunft der Fernwärme intensiv diskutiert werde, habe man sich vom eigenen Pioniergeist leiten lassen.

Die Unterstützung von Fernwärmenetzen mittels solarthermischer Anlagen gewinnt immer weiter an Relevanz nachdem der anwachsende PV-Stromanteil im Sommer KWK-Strom zunehmend unrentabel macht. Die Erschließung von Flächen für ausreichend dimensionierte Anlagen gestaltet sich zwar oftmals schwierig, jedoch ist die benötigte landwirtschaftliche Fläche ungleich größer, will man den Wärmebedarf mit nachwachsenden Rohstoffen decken. In Senftenberg nimmt die neue Anlage weniger als ein Tausendstel des Versorgungsgebietes ein. Wollte man das Netz vollständig solarthermisch betreiben bräuchte man nach Berechnungen von Ritter XL Solar eine Fläche, die einem Fünfzigstel des Versorgungsgebietes entspricht. Mit einer Deckung des Wärmebedarfes mittels Biodiesel aus Raps oder Bioethanol würde man jedoch die sechsfache Fläche des Versorgungsgebietes benötigen um die gleiche Leistung zu erzeugen, so Ritter weiter.

Philipp Kronsbein / Ritter XL Solar GmbH