Modulheizung lässt Schnee schmelzen

Eulektra-Geschäftsführer Siegfried Hain argumentiert vor allem in Bezug auf die Statik von Hallendächern: „Wir sehen in unserem Modell der Dachheizung über Solarmodule eine intelligente Lösung, um Hallendächer von Schneelasten frei zu halten. Die Investitions‐ und Betriebskosten werden durch die Vergütung der umweltfreundlichen Solarstromproduktion mehr als aufgewogen.“ Denn Die Modulheizung bietet schon beim Bau der Gebäude einen finanziellen Vorteil: Wenn sichergestellt ist, dass ein Dach schneefrei gehalten wird, kommen bestimmte gesetzliche Auflagen für die Gebäudestatik nicht zum Tragen, und man kann sich mitunter sehr kostspielige bauliche Maßnahmen sparen. Darauf, ob sich die Modulheizung energetisch lohnt, geht Eulektra nicht ein.

Um Solaranlagen vom Schnee zu befreien und so die Wintersonne voll nutzen zu können, gibt es verschiedene Konzepte. Zum Beispiel bietet Schletter ein mechanisches Räumsystem mit einem Seilzug an. Kaco nahm 2006 einen Wechselrichter ins Programm, der ähnlich wie das System von Eulektra die Module elektrisch beheizte. Auch diese Modulheizung wurde in Bezug auf die Energiebilanz heftig kritisiert. Kaco betonte jedoch, dass es nicht darum ginge, den Schnee vollständig abzutauen. Er solle lediglich angetaut werden, um dann vom Dach abzurutschen. Will man wie bei Eulektra jedoch den Schnee vollständig abtauen, wird die Energiebilanz zumindest grenzwertig. Um 10 cm Neuschnee bei einer Temperatur von 0°C abzutauen, muss man etwa den Stromertrag der jeweiligen Fläche von zwei bis vier sonnigen Wintertagen aufwenden. (ea)