Stromversorgung auf norwegischer Polarmeerinsel gesichert

Senja hat eine hoch industrialisierte fischverarbeitende Industrie
Senja hat eine hoch industrialisierte fischverarbeitende Industrie
26.05.2021

Der norwegische Energieversorger Arva untersucht mit drei Batterie-Energiespeichern des Typs mtu EnergyPack von Rolls-Royce, wie ein öffentliches Stromnetz mit in Batterien gespeicherter elektrischer Energie stabilisiert werden kann.

Rolls-Royce liefert dazu drei mtu EnergyPacks QL mit einer Leistung von 4,25 MVA und 3,79 MWh Kapazität auf die norwegische Insel Senja. In den von energieintensiver Fischereiindustrie geprägten Orten Husøy und Senjahopen sollen sie Spannungsschwankungen ausgleichen. Rolls-Royce betreut das Forschungsprojekt fünf Jahre lang mit und sorgt über einen langfristigen Servicevertrag (Value Care Agreement) zehn Jahre lang für die Wartung.

Senja, ein paar hundert Kilometer nördlich des Polarkreises gelegen, hat eine hoch industrialisierte fischverarbeitende Industrie. Deren Produktionsanlagen benötigen eine zuverlässige Stromversorgung, die das Netz ganz am Ende des Versorgungsgebiets des norwegischen Versorgers Arva derzeit allerdings nicht gewährleisten kann. Das führt nicht nur zu zeitweisen Produktionsausfällen, sondern verhindert auch den weiteren Ausbau der Fischindustrie.

Deshalb hat Arva bei Rolls-Royce drei mtu EnergyPacks QL bestellt, die größten im Lieferprogramm. Zwei dieser Batteriecontainer werden in Husøy, einer in Senjahopen installiert und ins Versorgungsnetz integriert. Ab Herbst sollen sie als Pufferspeicher Qualitätsprobleme in der Stromversorgung beheben und Schwankungen im Netz ausgleichen. Sie können die Unternehmen und Privathaushalte der Orte bei Stromausfall jeweils bis zu eine Stunde lang mit Strom versorgen oder Mehrbedarf an elektrischer Leistung ausgleichen. Moderne Energiemanagementsysteme in Unternehmen und Privathaushalten sollen ebenso integriert werden wie lokale Solaranlagen. Die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt sollen helfen, die Versorgungssicherheit im gesamten Arva-Netz zu verbessern.

»Dies ist nicht nur Arvas allererstes Batteriespeicherprojekt, sondern auch das größte landesweit. Es handelt sich um ein bedeutendes Projekt, von dem wir überzeugt sind, dass es die Energieversorgung vor Ort stärken und uns wichtige Erkenntnisse für die Gestaltung des Stromnetzes der Zukunft liefern wird«, sagt Eirin Kjølstad, CEO von Arva AS.