Kostenloser Simulator: Wann rechnet sich ein EE-Kraftwerk?

Screenshot der Software (Foto: DLR).
Screenshot der Software (Foto: DLR).
14.02.2014

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) bietet eine kostenlose Software zum Download an, mit deren Hilfe Ingenieure und Planer berechnen können, ob der Bau einer Anlage sinnvoll ist und welche Erträge unter welchen Bedingungen möglich sind.

Die kostenlose Simulationssoftware „Greenius“ soll helfen, schnell und einfach die Wirtschaftlichkeit und den Ertrag von unterschiedlichen erneuerbaren Kraftwerken an verschiedenen Standorten zu beurteilen. Damit Greenius dies berechnen kann, müssen Ingenieure Variablen, wie Nennleistung oder die Vergütung der Stromerzeugung eingeben. Mithilfe einer Vielzahl von weiteren Daten -wie der direkten Sonneneinstrahlung oder der Windgeschwindigkeit zu jeder Stunde im typischen Jahresverlauf- kann dann die Energieerzeugung einer Anlage analysiert werden. Indem Variablen wie Zinssätze für Kredite oder Eigenkapital berücksichtigt werden, lässt sich auch die Wirtschaftlichkeit von Anlagen einschätzen.

„Das Programm ist ein Expertenwerkzeug für Anlagenplaner und Berater. Aber auch Investoren können die Wirtschaftlichkeit von Kraftwerken hier überprüfen“, sagt Dr. Jürgen Dersch, Projektleiter beim DLR-Institut für Solarforschung. Das Projekt „FreeGreenius“ in dessen Verlauf die kostenlose Software „Greenius“ erstellt wurde, wurde vom Bundesumweltministerium finanziert.

Mehr Daten = genauere Ergebnisse

Wer plant eine Anlage zu bauen, sich aber noch nicht sicher ist, ob ein reines PV- oder Windkraftwerk oder eher ein Hybridkraftwerk am ausgewählten Standort das Richtige ist, der kann mit dem Programm einzelne Anlagen miteinander vergleichen. Da es so leichter wird Anlagen vor Baubeginn miteinander zu vergleichen, soll Greenius helfen Fehlplanungen vorzubeugen. Dies funktioniert umso besser, je mehr Daten der Nutzer eingibt. Laut Jürgen Dersch kann Greenius die Wirtschaftlichkeit und den Ertrag einer Anlage mit den richtigen Eingaben auf 5 bis 10 % genau berechnen. „Das Einsatzgebiet der Software sehen wir im Bereich von Machbarkeitsstudien, dafür ist die Genauigkeit ausreichend“, erläutert er. Den größten Unsicherheitsfaktor stellen die tatsächlichen meteorologischen Bedingungen dar, denn für die Berechnung wird ein typisches Jahr simuliert. Fertige Anlagen müssen hingegen mit dem realen Wetter in möglicherweise „untypischen“ Jahren arbeiten.

Da den Forschern keine Messwerte vorlagen, die an einer einzigen Anlage über ein ganzes Jahr gemessen wurden, wurden zur Validierung einzelne Datenreihen eingesetzt. Außerdem verglichen sie die Ergebnisse ihres Tools mehrfach mit denen anderer Simulationsprogramme. Die Software wird vom DLR stetig weiterentwickelt und an die technischen Fortschritte der Anlagen angepasst.

Wer Interesse hat, findet den Greenius-Download unter folgendem Link:

freegreenius.dlr.de

Tanja Peschel