Bitcoin – so hoher Stromverbrauch wie Dänemark

“Bitcoin könnte uns unsere saubere Energie-Zukunft kosten” (Foto: iStock)
“Bitcoin könnte uns unsere saubere Energie-Zukunft kosten” (Foto: iStock)
12.12.2017

Während Bitcoin mittlerweile an der US-Börse CBOE gehandelt werden und Analysten von einer „Bitcoin-Blase“ sprechen, bleibt der explodierende Stromverbrauch der Bitcoin-Welt weitgehend unbeachtet – dabei liegt er jetzt schon so hoch wie der Dänemarks.

Am 4. Dezember lag der Stromverbrauch der Bitcoin-Welt und ihrer virtuellen Währung nach dem Bitcoin Energy Consumption Index der Online-Plattform Digiconomist.net bei 31,6 TWh und damit nur noch 1,4 TWh unter dem Stromverbrauch der gesamten dänischen Volkswirtschaft. Bereits eine Woche später, am 11. Dezember war der Wert auf knapp 32,7 TWh gestiegen. Der Energiehunger der Bitcoin-Welt übertrifft alle Prognosen. Noch im Sommer hatten Analysten gewarnt, dass Bitcoin den Stromverbrauch Dänemarks erreichen könne – hatten das aber erst im Jahr 2020 für möglich gehalten.

Der Energieverbrauch ist bei Bitcoin inherent, denn mit jedem zusätzlichen Geschäftsabschluss, der die zugrunde liegende Blockchain-Technologie nutzt, steigt der Energiebedarf für das sogenannte Schürfen des virtuellen Zahlungsmittels, für das Hochleistungsrechner immer komplexere Rechenaufgaben lösen müssen. Reichte anfangs die Rechenleistung eines privaten PC noch für das „Schürfen“ von Bitcoin aus, so lassen die sich heute fast nur noch in großen, extra für diesen Zweck errichteten Server-Farmen generieren.

Das enorme Wachstum ruft jetzt aber auch Klimaschützer auf den Plan. " Bitcoin could cost us our clean-energy future", warnt Eric Holthaus auf der Website Grist und fährt fort: “By July 2019, the bitcoin network will require more electricity than the entire United States currently uses. By February 2020, it will use as much electricity as the entire world does today.”

Volker Buddensiek