Ressourcen optimal nutzen

Die 17. Jahrestagung des Fachverbandes Biogas umfasste über 20 Vorträge. Diese sorgten drei Tage lang für rege Diskussionen.
Foto: Stefan Trojek
Die 17. Jahrestagung des Fachverbandes Biogas umfasste über 20 Vorträge. Diese sorgten drei Tage lang für rege Diskussionen. Foto: Stefan Trojek

Auch Biomasse steht nur begrenzt zur Verfügung. Deshalb gilt es, die Rohstoffe möglichst effizient zu nutzen, Darin waren sich Referenten und Teilnehmer der 17. Jahrestagung des Fachverbandes Biogas e.V., die vom 15. bis 17. Januar in Nürnberg stattfand, einig. Die Frage nach dem optimalen Nutzungspfad zog sich wie ein roter Faden durch die über 20 Vorträge und Podiumsdiskussionen.

Aus einer Vielzahl von Themen stach eines besonders hervor: Die Möglichkeit, die Leistung von Biogasanlagen durch den Einsatz von Prozesshilfsstoffen zu steigern. Nicht nur auf der Tagung, sondern auch im Rahmen der begleitenden Fachmesse wurden Möglichkeiten zur Prozessoptimierung vorgestellt. Die einzelnen Anlagenbetreiber verfolgen mit ihren Additiven unterschiedliche Ziele. Exemplarisch zeigen zwei Beispiele, wie Enzyme helfen Substrate einzusparen und wie bakterienvermehrende Mikronährstoffe hohe Raumbelastungen ermöglichen.

Die Aufspaltung von Rohfasern erfolgt sehr langsam. Werden Biogasanlagen mit Substraten gefüttert, die einen hohen Anteil an Rohfasern aufweisen, bremst deren Abbau nachfolgende Prozesse. Dem verspricht ein Präparat Abhilfe, das die Cowatec AG aus dem oberpfälzischen Burglengenfeld vertreibt: Methaplus. Die Aufspaltung der Fasern erfolgt in der ersten Phase der Vergärung – der Hydrolyse. Methaplus enthält Enzyme, die die cellulose- und hemicellulosehaltigen Stoffe im Substrat aufbrechen, sodass diese den Bakterien im Fermenter schneller zur Verfügung stehen. Dies hat zwei positive Effekte: Einerseits beschleunigt es die Vergärung, andererseits reduziert es den Anteil an organischer Trockensubstanz im Fermenter. Durch die bessere Futterverwertung ermöglicht der Einsatz des Gärhilfsmittels, den Gasertrag um bis zu 35 % zu steigern. Die Höhe der Ertragssteigerung hängt jedoch vom Rohfaseranteil im Substrat ab, erklärte Dorothea Telschow. Vor ihrer Tätigkeit bei Cowatec war die Ingenieurin am Thüringer Verfahrenstechnischen Institut für Umwelt und Energie e.V. (VTI) beschäftigt, wo sie das Enzympräparat im Rahmen eines eineinhalbjährigen Feldversuches auf seine Wirksamkeit hin überprüfte.