Holzheizkraftwerk versorgt Hamburg-Lohbrügge

Das Hackschnitzelheizkraftwerk am östlichen Stadtrand Hamburgs liefert die Grundlastwärme für rund 6.000 Haushalte.
<br>
Foto: KWA
Das Hackschnitzelheizkraftwerk am östlichen Stadtrand Hamburgs liefert die Grundlastwärme für rund 6.000 Haushalte.
Foto: KWA

Die KWA Bioenergie GmbH hat im Havighorster Weg im Hamburger Stadtteil Lohbrügge ein Hackschnitzelheizkraftwerk errichtet. Neben 58 MWh Wärme soll die Anlage mithilfe des Organic-Rankine-Cycle(ORC)-Verfahrens jährlich 12,75 MWh Strom produzieren. Der Wirkungsgrad der Anlage liegt laut KWA bei 92 %.

Kernstück der Anlage ist ein Holzkessel mit Vorschubrostfeuerung und einer Feuerungswärmeleistung von rund 12 MW. Der Holzkessel des Heizwerks wird jährlich mit rund 32.000 t Hackschnitzeln versorgt und erzeugt hieraus 60 MWh Wärme, die zu 85 % genutzt werden. Zur Abgasreinigung wird ein Elektroabscheider eingesetzt, dem ein Rachgaswäscher nachgeschaltet ist. Hierdurch können Staubemissionen reduziert und durch Rückgewinnung der Wärme aus dem Abgas weitere 7 MWh Wärme gewonnen werden. Auf diese Weise können nach Angabe der KWA rund 58 MWh Wärme im Jahr ausgekoppelt werden. Der größte Teil der anfallenden Wärme wird an ein benachbartes mit Erdgas betriebenes Heizwerk geliefert, das wiederum mehr als 6.000 Hamburger Haushalte mit Fernwärme versorgt. Das Gasheizwerk existierte bereits vor Errichtung des Hackschnitzelwerks und bleibt unverändert bestehen. Es
dient zur Abdeckung der Spitzenlast und als Ausfallreserve und soll die Versorgungssicherheit
auch an kalten Tagen gewährleisten. Insgesamt liefert das Hackschnitzelheizkraftwerk etwas mehr
als die Hälfte der im Fernwärmenetz jährlich benötigten 105 MWh Wärme.

Das ORC-Modul mit einer elektrischen Leistung von 1,7 MW verarbeitet einen Teil der von der Biomassefeuerung erzeugten Wärme, die über einen Thermoölkessel übertragen und anschließend verstromt wird. Die 12,75 MWh Strom sollen in das Netz des örtlichen Stromversorgers eingespeist und nach EEG vergütet werden. Die KWA erwartet, dass mit dem Betrieb des Holzheizkraftwerks jährlich rund 23.000 t Kohlendioxid eingespart werden können.