Windpark Gagel: GLS Bank übernimmt die Mehrheit

Im Februar ging der Windpark Gagel mit 48 MW Leistung ans Netz. (Foto: Prokon)
Im Februar ging der Windpark Gagel mit 48 MW Leistung ans Netz. (Foto: Prokon)
13.06.2017

Die GLS Bank meldet den Erwerb von 80,1 Prozent der Anteile am neuen Windpark Gagel von der Prokon Regenerative Energien eG. Ein Beteiligungsmodell soll für Bürger, Mitglieder und Kunden entwickelt werden, kündigt die GLS Bank an.

Der Windpark Gagel mit seinen 16 Windenergieanlagen und einer Gesamtleistung von 48 MW steht im Norden Sachsen-Anhalts und erstreckt sich über landwirtschaftlich genutzte Flächen der Landkreise Stendal und Altmarkkreis Salzwedel. Zum Erwerb der Anteilsmehrheit und dem Beteiligungsmodell erklärt Frank Trauboth, Vorstand der GLS Energie AG, einer Tochter der GLS Bank: „Mit der Beteiligung der Menschen in der Umgebung, der Mitglieder und Kunden der Genossenschaften GLS Bank und Prokon leisten wir einen wichtigen Beitrag zur bürgernahen Energiewende. Mit Prokon haben wir einen kompetenten Technik-Partner mit langjähriger Erfahrung für dieses Großprojekt gefunden.“

Die GLS Energie AG wird nach eigener Darstellung zu einem unabhängigen Stromerzeuger ausgebaut und verfügt über eigene Solar- und Windkraftwerke mit ca. 85 MW Leistung. Insgesamt betreut die GLS Bank bundesweit 23 Wind- und Solarparks mit mehr als 200 MW Leistung, die sie mehrheitlich über geschlossene Fonds und Genussrechte öffentlich platziert hat.

Über eine Finanzbeteiligung soll der Windpark Gagel mittelfristig einer breiten Bürgerschaft zugänglich gemacht werden. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 100 Mio. €. Durch mehr als 300 Flächenpachtverträge sind zahlreiche Anwohner und landwirtschaftliche Betriebe an der Wertschöpfung beteiligt. In den umliegenden Ortschaften werden zusätzlich zahlreiche Förderungen in gemeinnützige Projekte fließen.

Im Windpark sind seit Februar 16 Anlagen des Typs Enercon E-115 mit 3 MW Leistung in Betrieb. Bei einer Höhe von fast 207 Metern beträgt der Rotordurchmesser 115,7 Meter. Der Windpark speist über ein eigenes Umspannwerk direkt in das Hochspannungsnetz ein. Im Betrieb sollen automatische Abschaltungen bei Schattenwurf oder Geräuschentwicklung die Beeinträchtigungen minimieren. Wie die GLS Bank mitteilt, sei auch zum Schutz von Fledermäusen und Vögeln eine zeitweise automatische Abschaltung vorgesehen. An dem von Prokon Regenerative Energien eG projektierten Park übernimmt die Die GLS Beteiligungs AG einen wesentlichen Teil der Geschäftsführung und der täglichen kaufmännischen Betriebsführung. Bei Prokon verbleiben die technische Betriebsführung sowie die übrigen Anteile in Höhe von 19,9 %.

Ralf Ossenbrink / GLS Bank

Google+