PTB gründet Kompetenzzentrum Windenergie

01.03.2016

Dort, wo Wissenschaftler oft in kleinste Dimensionen abtauchen, werden künftig auch tonnenschwere Kolosse eine Rolle spielen: Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) will in ihrem zukünftigen Kompetenzzentrum Windenergie bis zu 4 m große Zahnräder vermessen.

Am 4. März erfolgt der Spatenstich für den Neubau des Kompetenzzentrums Windenergie an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). Dort will die PTB künftig eine Messtechnik entwickeln und bereitstellen, die den Betrieb von immer größeren und leistungsfähigeren Windanlagen ermöglicht. Um die technischen Herausforderungen zu meistern, entsteht auf dem PTB-Gelände in Braunschweig ein eigens für diesen Zweck konzipiertes Gebäude. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Projekt mit 10 Mio. €.

Der Neubau wird ein Groß-Koordinatenmessgerät beherbergen, mit dem Windanlagen-Bauteile gemessen werden können, sowie Mess- und Kalibriereinrichtungen für sehr große Drehmomente. Eine neue Windgeschwindigkeitsmesstechnik soll die Ertragsprognosen für hohe Windräder verbessern. Laut PTB sei man damit das erste nationale Metrologieinstitut, das der Windindustrie eine zuverlässige und umfassende Qualitätssicherung anbieten könne.

Mit dem neuen Kompetenzzentrum wird es in Deutschland auch erstmalig eine Drehmoment-Normalmesseinrichtung geben, mit der Drehmomente bis 5 MNm (Meganewtonmeter) kalibriert werden können. Zum Vergleich: Hier geht es um Drehmomente, die rund 10.000 Mal größer sind, als die eines PKWs. In Hinblick auf die stetig weiter anwachsende Dimension von Windkraftanlagen soll die Anlage auf Drehmomente bis zu 20 MNm ausgebaut werden können. Und nicht zuletzt wird mit dem neuen LiDAR-Windfernmesssystem Windgeschwindigkeitsmesstechnik in das Metrologieinstitut Einzug halten.

Katharina Garus / PTB

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