Pöyry entwickelt Analyse-Tool für künftiges Ausschreibungsmodell

Das Wind-Tendering-Modell von Pöyry soll Investoren beim kommenden Ausschreibungsverfahren helfen. (Grafik: Pöyry)
Das Wind-Tendering-Modell von Pöyry soll Investoren beim kommenden Ausschreibungsverfahren helfen. (Grafik: Pöyry)
13.11.2015

Noch bevor das künftige Ausschreibungsmodell steht, hat Pöyry Management Consulting schon eine Praxislösung dafür entwickelt. Das Wind-Tendering-Modell soll helfen, im Ausschreibungsdesign strategisch so vorzugehen, dass möglichst geringe Risiken für Investoren entstehen.

Ab 2017 wird Strom aus neuen Onshore-Windkraftanlagen in einem Ausschreibungsmodell vermarktet. Zum Ausschreibungsdesign legt das Bundeswirtschaftsministerium Anfang kommenden Jahres konkrete Vorschläge vor. Das Beratungsunternehmen Pöyry Management Consulting hat aber bereits ein Analysemodell entwickelt, das dabei helfen soll, im Ausschreibungsdesign strategisch so vorzugehen, dass möglichst geringe Risiken für Investoren entstehen.

 „Wer mit der falschen Gebotsstrategie operiert, verliert wertvolle Vergütungschancen und macht seine Investition unrentabler“, sagt Clemens Hecker, Senior Principal bei Pöyry. Aktuell scheint sich eine Vergütung nach dem „Pay-as-Bid“-Prinzip durchzusetzen. Demnach wird jedes Projekt nach seiner Gebotshöhe vergütet. Der Zuschlag für das letzte Gebot wird gemäß der Logik der Strompreisbildung anhand der Merit-Order-Kurve erteilt. „Gebote, die deutlich unter diesem letzten Gebot liegen, verschenken zusätzlichen Gewinn“, erläutert Hecker.

„Unser Wind-Tendering-Modell ist ein Analysetool, das konkret auf das neue Ausschreibungsdesign für erneuerbare Energien in Deutschland zugeschnitten ist. Es projiziert den Verlauf der Ober- und Untergrenzen möglicher Gebots-Merit-Order-Verläufe, die durch die regionale Gebotshöhe und die nationale Projektpipeline bestimmt werden. Damit können wir eine optimale Gebotsstrategie mit Handlungsempfehlungen für jedes individuelle Portfolio ableiten“, sagt Hecker. Neue Parameter zum Ausschreibungsdesign lassen sich problemlos in das Modell integrieren.

Mit dem Wind-Tendering-Modell von Pöyry sollen Investoren auch bereits jetzt ihr bestehendes Projektportfolio dahingehend durchleuchten können, ob es sich lohnt, mit allen Projekten, für die noch keine Genehmigungen vorliegen, am neuen Ausschreibungsmodell teilzunehmen. Mit Blick auf den Standort und noch zu erbringende Vorleistungen besteht die Gefahr, dass einzelne Projekte in den Ausschreibungen keinen wirtschaftlichen Gebotspreis erzielen können. Somit könnte es ratsamer sein, aus Projekten auszusteigen, statt weiter Kosten zu produzieren, die kaum Chancen auf Amortisation haben. Anders sieht es bei Projekten aus, die schon genehmigt sind oder noch bis Ende 2016 genehmigt werden, aber erst 2017 oder 2018 ans Netz gehen. Hier gilt es, klug abzuwägen, ob die Anlage gemäß der alten EEG-Regelung vergütet werden soll oder es besser ist, mit dem Projekt in das neue Ausschreibungsverfahren zu gehen.

Katharina Garus / Pöyry

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