Höchstes Windrad der Welt steht nahe Stuttgart

Wachstum durch Fundamentspeicher: Die WEA gewinnt 40 Meter Höhe hinzu. (Foto: Max Bögl)
Wachstum durch Fundamentspeicher: Die WEA gewinnt 40 Meter Höhe hinzu. (Foto: Max Bögl)
27.10.2017

Mit einer Nabenhöhe von 178 Meter und 246,5 Meter Gesamthöhe ist in Gaildorf bei Stuttgart die bisher höchste Windenergieanlage weltweit entstanden. Errichtet wurde die Anlage von der Max Bögl Wind AG. Zum Konzept gehört ein Pumpspeicher in den Turmfundamenten.

Der neue Höhenprimus steht auf dem Höhenzug der Limpurger Berge in Gaildorf. Der vertikale Rekordwert sei auch dank des eingesetzten natürlichen Wasserspeichers möglich geworden, berichtet der Hybridturm-Spezialist. In dem Windpark wird ein neues Kraftwerkskonzept mit dem Namen „Wasserbatterie“ umgesetzt – das heißt: Die Windenergie wird unmittelbar mit einem Pumpspeicherkraftwerk kombiniert. Das Speicherkonzept nutzt die Turmfundamente der Windanlagen als Wasserspeicher, was laut Max Bögl die Gesamthöhe um 40 Meter nach oben treibt – mithin die Ertragsaussichten der Anlage.

Zum Windpark gehören drei weitere WEA mit Nabenhöhen von 155 bis 178 Meter. Auf den Türmen arbeiten 3,4-MW-Turbinen von GE, die ab dem Frühjahr 2018 ins Netz einspeisen sollen. „Unsere Plattform der 3-MW-Klasse ist äußerst flexibel und für einen hohen Energieertag optimiert. Wir freuen uns, mit unserer maßgeschneiderten Lösung für die GE 3.4-137 zu diesem Rekord beizutragen“, sagt Andreas von Bobart, Geschäftsführer von GE Renewable Energy Onshore Wind Deutschland.

„Ohne große und zukunftsweisende Projekte und Ideen, kann die Energiewende in Deutschland nicht gelingen. Mit der Wasserbatterie und den Hybridtürme machen wir die Windkraft als Energiequelle noch attraktiver und effizienter und stellt gleichzeitig neue Rekorde auf“, betont Josef Knitl, Vorstand der Max Bögl Wind AG.

Die Turmfundamente fungieren als Wasserspeicher mit einer Kapazität von 70 MWh. Über Rohrleitungen sind sie mit einem Wasserkraftwerk und dem dazugehörigen Unterbecken verbunden. Die Wasserbatterie – beim Pilotprojekt Gaildorf auch Naturstromspeicher genannt – dient als Kurzzeitspeicher und kann nach Angaben der Projektpartner innerhalb von 30 Sekunden zwischen Produktion und Speicherung wechseln.

Gaildorfs Bürgermeister Frank Zimmermann zeigt sich erfreut über das Projekt: „In unserer Stadt und in der gesamten Region wird mutig, kräftig und zugleich sinnvoll in die gemeinsame Zukunft investiert. Wir sind stolz, mit dem innovativen Kraftwerkskonzept bei der Energiewende – einer der wichtigsten Umbrüche unserer Zeit – ganz vorne mit dabei zu sein.“

Ralf Ossenbrink / Max Bögl

 

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