Erfolgreicher Baustart in Northland Powers Offshore-Windpark Deutsche Bucht

06.09.2018

Im 269-MW-Offshore-Windpark Deutsche Bucht wurde das erste von insgesamt 31 Stahlfundamenten (Monopile mit Übergangsstück) errichtet. Dies markiert den erfolgreichen Baustart des Projekts in der deutschen ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ), mehr als 100 km vom deutschen Festland entfernt. Mit einem Investitionsbudget von etwa 1,4 Mrd. € ist Deutsche Bucht das dritte Offshore-Windprojekt des kanadischen Energieerzeugers Northland Power in der Nordsee.

Im 269-MW-Offshore-Windpark Deutsche Bucht wurde am 3. September 2018 erfolgreich das erste von insgesamt 31 Stahlfundamenten (Monopile mit Übergangsstück) errichtet. „Wir freuen uns sehr, dass wir diesen wichtigen Meilenstein erreicht haben“, sagt Jens Poulsen, Projektleiter von Northland Deutsche Bucht GmbH. „Dank des engagierten Deutsche Bucht Projektteams und unserem erfahrenen Generalunternehmer Van Oord ist die Offshore-Bauphase des Windparks pünktlich gestartet.“  

Northland Deutsche Bucht hat Van Oord mit der Fertigung und Installation der Monopfähle (Monopiles) und Transition Pieces, den Übergangsstücken zur Turbine, beauftragt. Die Bauteile werden in Cuxhaven auf das Kranhubschiff Scylla des Offshore-Serviceanbieters Seajacks verladen. Dafür werden die durchschnittlich 78 m langen und 1.100 t schweren Monopiles mit einer Transportbarge aus Rostock angeliefert und direkt auf das Installationsschiff umgeschlagen. Die Transition Pieces sind 26 m hoch und über 300 t schwer. Sie wurden von ihrem Produktionsstandort in Spanien nach Cuxhaven transportiert und dort bis zu ihrer Errichtung zwischengelagert. Das Installationsschiff Scylla bringt insgesamt je drei Monopiles und Übergangsstücke pro Fahrt vom Umschlaghafen ins rund 200 km (110 Seemeilen) entfernte Offshore-Baugebiet. Die Installation der Stahlfundamente soll Ende 2018 abgeschlossen sein.

Mehrstufige Schalldämmung zum Schutz der Meeresbewohner

Der Bau des Offshore-Windparks Deutsche Bucht unterliegt strengen Richtlinien und Gesetzen. Dazu gehört der Schutz der Meerestiere vor den Schallemissionen, die bei der Gründung der Monopiles entstehen. Während der Installationsarbeiten darf der Geräuschpegel den Grenzwert von 160 Dezibel in einem Umkreis von 750 Metern rund um den Bauplatz nicht überschreiten. Bei Deutsche Bucht kommt deshalb ein mehrstufiges Schallschutzkonzept zum Einsatz. Es beinhaltet Vergrämungsmaßnahmen sowie den Einsatz eines Hydroschalldämpfers (HSD) und eines doppelten großen Blasenschleiers. Der kombinierte Effekt mindert den Unterwasserschall in einem breiten Frequenzbereich. Im Rahmen einer Effizienzkontrolle wird die Wirksamkeit der Schallschutzsysteme überprüft.

33 leistungsstarke Turbinen versorgen 328.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom

Zusätzlich zu den 31 Anlagen auf Monopiles werden im Windpark zwei der 33 Windenergieanlagen auf innovativen Mono Bucket Fundamenten errichtet. Mono Buckets bestehen aus nur einem Stahlzylinder auf den ein Monopfahl montiert ist. Sie werden per Ansaugverfahren installiert – dies ermöglicht eine geräuscharme und damit besonders umweltverträgliche Installation. Deutsche Bucht ist weltweit der erste Offshore-Windpark, der Mono Buckets als Windturbinenfundament im kommerziellen Betrieb testet.

Der 269-MW-Windpark soll nach seiner Fertigstellung gemäß Prognose jährlich 1,1 Mrd. kWh Strom erzeugen und so den Bedarf von zirka 328.000 Haushalten decken.