Solarthermie Weltweit: Mehr Großanlagen und Wärmepumpen

Der ISOL-Navigator vom Dezember 2015. (Grafic: Solrico)
Der ISOL-Navigator vom Dezember 2015. (Grafic: Solrico)
04.02.2016

Die Bielefelder Agentur Solrico erstellt jedes Jahr den sogenannten ISOL-Navigator, eine Studie die Trends der globalen Solarthermieindustrie nachgeht. Neben mehr Großanlagen prägt die Konkurrenz zur Wärmepumpe und Photovoltaik den Markt.

Der globale Solarthermiemarkt ist sehr heterogen. Anlagen wie wir sie in Mittel- und Nordeuropa kennen sind in anderen Ländern eher die Ausnahme. Dort dominieren oft sehr einfache Thermosiphonanlagen zur Warmwasserbereitung den Markt.  Der jährlich erscheinende ISOL-Navigator versucht dennoch globale Trends auszumachen.

Ein solcher Trend sind solarthermische Großanlagen. Derzeit verdienen machen laut ISOL-Navigator schon 12 % aller befragten Firmen den größten Teil ihres Umsatzes mit Anlagen über 50 m² Kollektorfläche. Für das Jahr 2020 rechnen aber schon 20 % der 330 befragten Unternehmen damit in diesem Segment den größten Umsatz zumachen. Vor allem Unternehmen aus Mittel- und Nordeuropa sowie den BRICS-Staaten sollen sich so geäußert haben.

Wärmepumpen werden wichtiger

Der Trend zu Großanlagen ist nicht weiter verwunderlich, schließlich steigt mit der Größe meist auch die Wirtschaftlichkeit. Anders sieht das beim zweiten Trend aus. So sagen 16 % der befragten Unternehmen, dass sie erwarten 2020 den meisten Umsatz mit der Kombination von Wärmepumpen mit Solarthermie zu machen. Derzeit liegt der Anteil bei gerade einmal 4 %.

Dabei ist die Industrie sicher auch ein Stück weit getrieben. Denn immer mehr Wärmepumpenbetreiber nutzen selbst produzierten Photovoltaikstrom. Wenig überraschend benannten daher auch 57 % der Unternehmen die Photovoltaik als starke Konkurrenz. Drei Jahre zuvor waren es noch 48 %.

Südamerika lockt mit guten Solarthermie-Märkten

Neben technischen Trends geht der ISOL-Navigator auch der Frage nach welche Märkte gute Wachstumsperspektiven bieten. Gute Aussichten sieht die Industrie demnach in der Türkei, Griechenland, Indien, Brasilien und Mexico. Der ISOL-Geschäftsklimaindex für jedes dieser Länder liegt bei über 40 Punkten. Neben Brasilien zeigt der Index zudem in weiteren südamerikanischen Märkten wie Chile oder Argentinien nach oben.

Ganz anders ist die Stimmung in China. Das Land ist von 27 auf 23 Punkte und damit den niedrigsten Wert seit Erhebung des ISOL-Indexes gefallen. Ähnlich schlecht sieht es in auch in Großbritannien (23 Punkte) und Frankreich (25 Punkte) aus.

Die Komplette Studie kann unter www.solrico.com bestellt werden.

Jan Gesthuizen

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