Solares Heizen und Kühlen: Pilotanlage in Slowenien eingeweiht

648 Vakuumröhrenkollektoren versorgen die solare Kühlung. (Foto: Jožef Stefan Institut)
648 Vakuumröhrenkollektoren versorgen die solare Kühlung. (Foto: Jožef Stefan Institut)
30.10.2014

In Slowenien wurde das Pilotprojekt InfraSun offiziell eröffnet, das innovative Konzepte zur solaren Kühlung voranbringen soll. Dazu wurde auf dem Dach des Jožef Stefan Instituts in Ljubljana eine Solarthermie-Anlage mit Vakuumröhrenkollektoren installiert, die unter anderem zwei moderne Adsorptionskältemaschinen antreiben.

Das Pilotprojekt soll dabei helfen, solare Wärme und Kühlung weiter zu entwickeln und in bestehende Heizungs- und Klimainstallationen zu integrieren. Das Kollektorfeld besteht aus 648 Heat-Pipe-Vakuumröhrenkollektoren der Firma Viessmann. Die eingesetzten Kollektoren sind noch relativ neu und wurden erst im Frühjahr mit dem Otti-Innovationspreis ausgezeichnet. Sie sind speziell für solarthermische Großanlagen konzipiert und nutzen Rollbond-Technologie.

Solare Kühlung mit kleinen Kältemaschinen

Bei den eingesetzten Kältemaschinen handelt es sich um zwei kleinere Adsorptionskältemaschinen der Firma SorTech AG mit einer Nennleistung von 20 kW (jeweils 10 kW/Modul), die als Kältemittel Wasser einsetzt und verwendbare Kaltwassertemperaturen zwischen 6 und 20 °C erzeugen kann. Die Rückkühlung der Kältemaschinen erfolgt über einen Hybrid-Kühlturm auf dem Dach des Instituts. Die Anlage soll den Stromverbrauch im Vergleich zu einer konventionellen Kompressionskälteanlage um gute 70 % reduzieren.

In Betrieb genommen wurde die Anlage schon im Juli, also einige Monate vor der offiziellen Eröffnungszeremonie. Die Anlage soll mindestens ein Jahr lang intensiv untersucht und ausgewertet werden. 

Die neue Anlage zur solaren Kühlung und Heizung ist in ein bestehendes Heizungs- und Lüftungssystem integriert. Zur Raumheizung nutzte das Gebäude bisher einen Gaskessel, die Wärme wurde dabei über Radiatoren und ein bereits existierendes Lüftungssystem in den Laborräumen verteilt.

Jan Gesthuizen