Dänische CSP-Anlage nimmt vollen Betrieb auf

Das CSP-System mit einer Gesamtkapazität von 16,6 MW thermischer Energie besteht aus Parabolspiegeln mit einer Gesamtfläche von 26.929 Quadratmentern. (Foto: Aalborg CSP)
Das CSP-System mit einer Gesamtkapazität von 16,6 MWth besteht aus Parabolspiegeln mit einer Gesamtfläche von 26.929 m2. (Foto: Aalborg CSP)
21.04.2017

Der Frühling bedeutet in Dänemark nicht nur, dass die Tage heller und länger werden, sondern auch, dass die erste „Erntezeit“ für ein weltweites Novum beginnt. Eine CSP-Anlage (CSP = concentrated solar power), die Brønderslev mit nachhaltiger Wärmeenergie versorgt und zugleich die Stromproduktion des örtlichen Biomassekraftwerks unterstützt.

Aalborg CSP wurde im Februar 2016 mit Entwicklung und Lieferung der Solarenergieanlage für das Fernwärmenetz von Brønderslev beauftragt. Innerhalb von sechs Monaten waren Konstruktion und Bau abgeschlossen. Ende 2016 war die CSP-Anlage betriebsbereit, doch erst jetzt, da der Sonnenstand und die Kraft der Sonne steigen, erreicht die Anlage ihr volles Potenzial.

Die Anlage besitzt eine Leistung von 16,6 MWth. Diese Wärmeenergie wird in das örtliche Wärmenetz eingespeist. In Zukunft soll es allerdings auch ein Biomasse-Kraftwerk bei der Stromproduktion unterstützen. Das betreffende Kraftwerk befindet sich zur Zeit noch im Bau, soll allerdings noch in diesem Jahr fertig gestellt werden. Die Kombination von CSP und Bioenergie ist in dieser Form ein absolutes Novum.

Das CSP-Kraftwerk besteht aus 40 Reihen, mit 125 m langen Parabolspiegeln. Die Gesamtfläche der Spiegel beträgt 29.929 m2. Die Spiegel reflektieren da Sonnenlicht auf Röhren mit einer Gesamtlänge von 5 km. In diesen Röhren befindet sich ein Spezialöl, das zur Erzeugung von Elektrizität auf 330°C aufgeheizt wird. Zur Lieferung von Wärme lässt man das Öl jedoch weniger stark aufheizen.

Das Projekt zur Kombination von CSP und Biomasse wurde vom Energietechnologie Entwicklungs und Demonstrationsprogramm der dänischen Regierung (EUDP) unterstützt. Die Subventionen sollen die Lösung im internationalen Markt wettbewerbsfähig machen. Als mögliche Absatzmärte sieht Aalborg CSP auch Deutschland, Österreich und Italien, da diese Länder bereits über eine ausgebaute Fernwärme-Infrastruktur verfügen beziehungsweise bereits eine solide Basis an Biomassekraftwerken besitzen.

Philipp Kronsbein / Aalborg CSP

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