UK will Mehrwertsteuer für Solar erhöhen

Schatzkanzler George Osborne will die Mehrwertsteuer für Solarenergie in UK drastisch erhöhen. (Foto: HM Treasury - hm-treasury.gov.uk)
Schatzkanzler George Osborne will die Mehrwertsteuer für Solarenergie in UK drastisch erhöhen. (Foto: HM Treasury - hm-treasury.gov.uk)
16.03.2016

Der Solarverband Solar Trade Association (STA) berichtet, dass der Britische Schatzminister George Osborne im Haushaltsentwurf 2016 eine Erhöhung der Mehrwertsteuer von aktuell 5 % auf 20 % plant. Die Erhöhung könnte bereits am 1. August dieses Jahres in Kraft treten. Dabei hatte es vor den Unterhauswahlen im Mai 2015 noch geheißen, es werde keine Ausdehnung oder Erhöhung der Mehrwertsteuer geben.

Die Kosten für eine durchschnittliche häusliche Photovoltaikanlage mit 4 kW installierter Leistung würden sich durch die Steuererhöhung um 900 Pfund erhöhen. Diese Verteuerung würde die britische Solarindustrie umso härter treffen, als sie in den letzten 12 Monaten bereits Kürzungen in der Solarförderung um 65 % hinnehmen musste. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Solarmarkt in Großbritannien bereits jetzt auf ein Fünftel seiner Größe zusammengebrochen.

Die Solar Trade Association kritisiert, dass Investitionen in klimafreundliche Solarenergie künftig mit 20 % Mehrwertsteuer belastet werden, während zum Beispiel Heizöl oder Haushaltsstrom aus konventionellen Kraftwerken weiterhin mit nur 5 % besteuert wird. STA fordert jetzt das britische Department for Energy and Climate Change (DECC) zur Schadensbegrenzung auf. Das DECC hatte noch im Februar verkündet, im Falle einer Mehrwertsteuererhöhung für Solarprodukte Maßnahmen zu ergreifen, um für Investoren eine ausreichende Rendite aus der Einspeisevergütung sicherzustellen.

Ob das den gewünschten Erfolg bringt, bleibt abzuwarten, denn das DECC hatte erst kürzlich vorgeschlagen, die Unterstützung für solarthermische Anlagen ab 2017 aus der staatlichen Förderung des Renewable Heat Incentive zu streichen.

Volker Buddensiek

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