Solarstrom für Mieter im Raum Heidelberg

Ost-West-Dachanlagen liefern den Mietern in Nußloch über den Tag hinweg Solarstrom. Der direkte Bezug wird durch Ökostrom ergänzt. (Foto: HEG)
Ost-West-Dachanlagen liefern den Mietern in Nußloch über den Tag hinweg Solarstrom. Der direkte Bezug wird durch Ökostrom ergänzt. (Foto: HEG)
30.01.2014

Eine Kooperation der Naturstrom AG und der Heidelberger Energiegenossenschaft (HEG) ermöglicht Mietern den direkten Bezug von Solarstrom. Auf sieben Mehrfamilienhäusern in Nußloch bei Heidelberg hat die HEG Photovoltaikanlagen installiert, 116 Mietparteien können einen Teil ihres Bedarfs solar decken.

Das Konzept der beiden Partner bietet den Mietern eine Mischung aus dem Ökostromtarif der Naturstrom AG und einer Direktbelieferung mit auf den Wohngebäuden erzeugtem Solarstrom. Fallen PV-Leistung und Strombedarf zusammen, nutzen die Bewohner die Energie direkt vom Dach.

In dem Pilotprojekt wurde eine Gesamtleistung von 445 kW installiert. Für die nach Osten und Westen ausgerichteten Anlagen erwarten die Planer einen Gesamtertrag von rund 370.000 kWh – das ist eine im  Vergleich zur Südausrichtung geringere Ausbeute, die aber besser zum Lastprofil der Mietshäuser passt und eine hohe Direktverbrauchsquote verspricht.

Nach Angaben der Unternehmen sind die ersten Mietparteien unter Vertrag, weitere Ummeldungen werden erwartet. In dem Mischtarif gilt ein Arbeitspreis von 25,4 Ct/kWh brutto pro kWh, die monatliche Grundgebühr beträgt 6,95 €. Die HEG garantiert den Preis bis Ende 2015. Aus Sicht von Thomas E. Banning, dem Vorstandsvorsitzenden der Naturstrom AG, hat das Projekt Pioniercharakter: „Nun profitieren auch Mieter und nicht nur Eigenheimbesitzer von der immer günstigeren Stromproduktion aus Photovoltaikanlagen – das ist ein echter Durchbruch und sollte schnell Schule machen.“ Banning betont auch die Entlastung des EEG-Systems: „Für den vor Ort genutzten Strom entfällt die umlagefinanzierte Vergütung und es können erhebliche Investitionen in neue Netze vermieden werden. Die Politik sollte solche Konzepte deshalb fördern und nicht wie aktuell diskutiert zukünftig erschweren.“ Andreas Gißler, Vorstand der Heidelberger Energiegenossenschaft hofft, dass andere Energiegenossenschaften ähnliche Angebote schaffen: „Das wir als Genossenschaft nun erstmals Mietern günstigen Ökostrom vom eigenen Dach anbieten können, sehen wir als weiteren wichtigen Schritt zu einer regionalen und bürgernahen Energiewende von unten.“

Ralf Ossenbrink

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