Solar Cluster: Zubau-Defizit erfordert einen Kurswechsel

Bei Anlagen zwischen 10 und 100 kW sieht das Solar Cluster besonderen Handlungsbedarf. Hier hemmt die Eigenverbrauchsumlage den Zubau. (Foto: dpa)
Bei Anlagen zwischen 10 und 100 kW sieht das Solar Cluster besonderen Handlungsbedarf. Hier hemmt die Eigenverbrauchsumlage den Zubau. (Foto: dpa)
11.02.2016

Die Neuinstallation von PV-Anlagen erreichte 2015 nur rund 1,5 GW. Damit wurde der Zielkorridor von 2,4 bis 2,6 GW um 40 % unterschritten. Das Solar Cluster Baden-Württemberg fordert vor diesem Hintergrund einen schnellen Kurswechsel.

In der gegenwärtigen Marktlage verfehle Deutschland die klima- und industriepolitischen Ziele, betont Carsten Tschamber vom Solar Cluster. Der Verband warnt vor schwerwiegenden Folgen für die deutsche Solarbranche. „Die Auslandsgeschäfte können den Einbruch auf dem deutschen Markt zum Teil abfedern. Wir brauchen aber einen starken Heimatmarkt, um wettbewerbsfähig zu bleiben“, so Tschamber. „Wir müssen die politischen Rahmenbedingungen schnellstmöglich den Gegebenheiten anpassen, wollen wir nicht weitere der noch rund 50.000 Arbeitsplätze in dieser Zukunftsbranche gefährden.“

Von der deutschen Politik fordert das Solar Cluster einen Kurswechsel. Weil die Situation bei den gewerblichen Anlagen zwischen 10 und 100 kW nach einer Halbierung des Zubaus im Vergleich zu 2014 besonders schwierig ist, müsse die finanzielle Belastung des Eigenverbrauchs ebenso gestrichen werden wie Abgaben auf die Zwischenspeicherung von Strom in Batteriesystemen. Für die Freiflächenausschreibung fordert das Cluster ein Volumen von mindestens 800 MW pro Jahr umfassen, um den Ausbaukorridor zu erreichen.

In Prognosen für 2016 wird erneut ein schwieriges Marktumfeld für die Photovoltaik in Deutschland erwartet. Mit geschätzten 1,4 Gigawatt droht der Zubau noch einmal weiter schrumpfen. Neben einem Kurswechsel in der Bundespolitik fordert das Solar Cluster auch in Baden-Württemberg mehr Initiative für den PV-Zubau. Solle die Zielsetzung des Landes von 8 GW installierter Leistung bis 2020 noch erreicht werden, müssten in Baden-Württemberg pro Jahr mindestens 500 bis 600 MW neu installiert werden.

Ralf Ossenbrink

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