Online-Tarif für PV-Direktvermarktung unter 800 kW

PV-Anlagen ab 100 kW stehen nun in der Pflicht zur Direktvermarktung. Die relativ geringen Strommengen machen dies zu einer Herausforderung – denn die Betreiber müssen die Dienstleistung aus den Einspeiseerlösen finanzieren. (Foto: dpa)
PV-Anlagen ab 100 kW stehen nun in der Pflicht zur Direktvermarktung. Die relativ geringen Strommengen machen dies zu einer Herausforderung – denn die Betreiber müssen die Dienstleistung aus den Einspeiseerlösen finanzieren. (Foto: dpa)
14.01.2016

Die Pflicht zur Direktvermarktung trifft seit dem 1. Januar auch Neuanlagen ab 100 kW installierter Leistung. Für Anlagen des Segments zwischen 100 und 800 kW bietet die Next Kraftwerke GmbH eine Online-Direktvermarktung, bei der die Betreiber in einem Online-Portal den Markteintritt in die verpflichtende Direktvermarktung selbst übernehmen.

Neu ist die verpflichtende Direktvermarktung nicht. Bei größeren Anlagen besteht bereits der Zwang, den eingespeisten Strom in diesem Rahmen zu vermarkten. Zwar wird die Differenz zwischen dem Erlös und der Einspeisevergütung ausgeglichen, aber die Direktvermarktung bedeutet Aufwand und Kosten und gilt daher vor allem bei kleineren Anlagen mit relativ geringen Einspeisemengen als wirtschaftliche Hürde.

Hier will Next Kraftwerke mit einem Online-Tarif auf potenzielle Kunden zugehen: Über ein Online-Formular im Portal sei der Eintritt in die Direktvermarktung auch für verhältnismäßig kleine Anlagen schnell möglich, betont der Anbieter. Die Tarifierung bei Anlagen unter 800 kW basiert auf einer festen monatlichen Vermarktungspauschale anstelle eines Profit-Sharing-Modells und soll dem Kunden Kalkulationssicherheit geben. Wie Next Kraftwerke betont, bleiben bei diesem Modell die Marktprämie und die bei Neuanlagen in die Marktprämie eingepreiste Managementprämie in vollem Umfang beim Betreiber. Die Pauschale ist nach der Anlagengröße gestaffelt: Bis 150 kW fällt monatlich ein Vermarktungsentgelt von 60 Euro an, von 151 bis 500 kW sind es 85 Euro und von 501 bis 800 kW 110 €.

 „Da uns die Energiewende als Ganzes am Herzen liegt, möchten wir selbstverständlich auch den Betreibern kleiner Anlagen möglichst unkompliziert den Schritt in die Direktvermarktung ermöglichen und sie in unser Virtuelles Kraftwerk integrieren“, so Jochen Schwill, Geschäftsführer und Gründer der Next Kraftwerke GmbH. Next Kraftwerke betreut in der Vermarktung auch Reststrommengen von Überschuss-Einspeisern.

Ralf Ossenbrink

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