Kabinett entscheidet: Keine Ökosteuer auf Solarstrom

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar: „Wer selbst- oder vor Ort erzeugten Solarstrom nutzt, wird nicht zusätzlich durch Steuern und Abgaben belastet. Der Solarmarkt in Deutschland erholt sich langsam, dies ist ein wichtiges Vertrauenssignal an Investoren.“ (Foto: BSW-Solar)
Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar: „Wer selbst- oder vor Ort erzeugten Solarstrom nutzt, wird nicht zusätzlich durch Steuern und Abgaben belastet. Der Solarmarkt in Deutschland erholt sich langsam, dies ist ein wichtiges Vertrauenssignal an Investoren.“ (Foto: BSW-Solar)
15.02.2017

Das Bundeskabinett hat beschlossen, Solarstrom auch künftig nicht mit der Stromsteuer zu belasten. Die Solarbranche begrüßt diesen Schritt und fordert den Abbau weiterer Investitionsbarrieren. So sei es an der Zeit, endlich auch Mietern den Bezug preiswert vor Ort erzeugten Solarstroms zu ermöglichen und Solartechnik damit endlich auch in die Innenstädte zu bringen.

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) erklärt zu der Entscheidung des Kabinetts: „Damit konnte ein gefährlicher Schildbürgerstreich abgewendet werden. Wer selbst- oder vor Ort erzeugten Solarstrom nutzt, wird nicht zusätzlich durch Steuern und Abgaben belastet. Der Solarmarkt in Deutschland erholt sich langsam, dies ist ein wichtiges Vertrauenssignal an Investoren.“

Weitere Maßnahmen müssten nach BSW-Auffassung nun jedoch folgen. Mieter dürften finanziell beim Solarstrom nicht weiterhin schlechter dastehen als Eigenheimbesitzer. „Die Sonnensteuer auf solare Mieterstromangebote muss jetzt fallen. Sie darf Mietern nicht länger den Zugang zu preiswertem Solarstrom verwehren“, Carsten Körnig. Dies ist auch die Auffassung des Deutsche Bundestags, der bereits im letzten Sommer in Zusammenhang mit der Verabschiedung des EEG 2017 eine entsprechende Neureglung gefordert hatte.

Allgemein sehen die Aussichten für die PV allerdings laut BSW-Solar positiv aus. Nachdem der Verband Anfang des Jahres von einer sich beschleunigenden Nachfrage berichtete, rechnet man für dieses Jahr mit einem Marktwachstum im unteren zweistelligen Prozentbereich. Grund hierfür seien vornehmlich attraktive Renditeerwartungen und niedrige Finanzierungskosten.

Neben den stark gesunkenen Photovoltaikpreisen dürfte zu den guten Renditen beitragen, dass ein Großteil künftiger Investoren den selbst erzeugten Solarstrom weiterhin selbst verbrauchen darf und an keiner Auktion teilnehmen muss, um eine Förderberechtigung für den eingespeisten Überschussstrom zu erzielen. Eigenheimbesitzer und die meisten Gewerbebetriebe sind von der letzten EEG-Novelle nicht betroffen.

Philipp Kronsbein / BSW-Solar

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