Umfrage bei Stadtwerken: Bedingungen für Speicher zu komplex

Große Batteriespeicher können unter anderem Schwankungen im Stromnetz ausgleichen. Die Rahmenbedingungen werden aber von vielen möglichen Betreibern noch als unbefriedigend eingestuft. (Foto: dpa)
Große Batteriespeicher können unter anderem Schwankungen im Stromnetz ausgleichen. Die Rahmenbedingungen werden aber von vielen möglichen Betreibern noch als unbefriedigend eingestuft. (Foto: dpa)
28.10.2015

Speicher entwickeln sich technisch schnell weiter, die Rahmenbedingungen für ihren Einsatz nicht unbedingt. Das auf Erneuerbare spezialisierte Beratungsunternehmen Clean Horizon Consulting (CHC) hat in Deutschland 25 Stadtwerke und regionale Energieversorger befragt. Das Ergebnis: Speicher sind strategisch wichtig, doch bürokratische Hürden bremsen ihre Verbreitung.

Wie CHC berichtet, sehen 63 % der Befragten mittelfristig für ihr Unternehmen Speicher als strategisch wichtiger an als die Elektromobilität, 13 % kommen zum gegenteiligen Ergebnis. Für Michael Salomon, Geschäftsführer von CHC, ist das keine Überraschung: „Die Umfrage bestätigt unsere Vermutung, dass gerade für Stadtwerke und regionale Energieversorger Energiespeicher in naher Zukunft eine bedeutende Rolle spielen werden.“ Belegt werde dies auch durch erfolgreiche Speicherprojekte bei den regionalen Versorgern.

Die Energieversorgungsunternehmen kennen den Betrieb von Verteilnetzen, der mit Großspeichern und virtuellen Speichern auf die Integration von mehr Solar- und Windstrom ausgerichtet werden könnte. Die Befragung lieferte einen weiteren Hinweis darauf, dass insbesondere diese Speicherformen äußerst komplexen Rahmenbedingungen unterliegen. 46 % der Befragten sehen laut CHC die regulatorischen Rahmenbedingungen als grundlegendes Problem an, nur 24 % sehen in der Regulierung kein Hemmnis. Allerdings setze von diesen 24 % die große Mehrheit von 83 % nur Heimspeicher ein. Bereits die Kombination mehrerer Heimspeicher zu virtuellen Kraftwerken oder Verbundspeichern werde zum Problem. Hier dürfte beispielsweise die Einstufung von Speichern als Letztverbraucher eine Rolle spielen. Die Rahmenbedingungen sind demnach nicht nur aus Sicht der Regenerativbranchen, sondern auch für regionale Energieversorger eher ein Hemmnis als die technische Konzeption.

Ralf Ossenbrink/Clean Horizon Consulting

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