Kabinett beschließt gemeinsame Ausschreibung Wind-/Solaranlagen

Kabinett beschließt gemeinsame Ausschreibung Wind-/Solaranlagen (Foto: iStock)
Kabinett beschließt gemeinsame Ausschreibung Wind-/Solaranlagen (Foto: iStock)
17.05.2017

Das Bundeskabinett hat in seiner heutigen Sitzung den Entwurf einer Mantelverordnung zur Einführung von gemeinsamen Ausschreibungen von Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen sowie zur Einführung von Ausschreibungen für KWK-Anlagen und innovative KWK-Systeme verabschiedet.

Die gemeinsamen Ausschreibungen für Windenergieanlagen an Land und Solaranlagen werden für eine Pilotphase von drei Jahren (2018-2020) eingeführt. Das Ausschreibungsvolumen beträgt insgesamt 400 MW installierte Leistung in jedem der drei Jahre. Mit dem Pilotvorhaben soll in der Praxis erprobt werden, wie sich eine gemeinsame Ausschreibung von Wind an Land und Solar auswirkt.

Rainer Baake: „Aus guten Gründen hat sich die Bundesregierung bisher für technologiespezifische Ausschreibungen entschieden, wie wir sie im EEG geregelt haben. Das erhöht die Versorgungssicherheit und sorgt für eine bessere regionale Verteilung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien. Dennoch wollen wir mit einem Pilotvorhaben praktische Erfahrungen mit einer technologieübergreifenden Ausschreibung sammeln. Das Ergebnis werden wir evaluieren und dann die Schlüsse für die weitere Entwicklung der Ausschreibung ziehen.“

Ähnlich lautende Versprechungen einer ergebnisoffenen Prüfung gab es aus dem Wirtschaftsministerium auch schon 2014 vor der als „probeweise“ deklarierten Einführung von Photovoltaik-Ausschreibungen.

Ausschreibungen auch für KWK

Auch im Bereich der Kraft-Wärme-Kopplung werden Ausschreibungen für KWK-Anlagen eingeführt. Mittelgroße KWK-Anlagen mit einer installierten Leistung von 1 - 50 MW sollen künftig nur noch gefördert werden, wenn Sie zuvor in einer Ausschreibung der Bundesnetzagentur einen Zuschlag erhalten haben. Anlagen dieser Größe speisen meist Wärme in städtische Wärmenetze ein, können aber auch größere Gewerbe- oder Industriebetriebe mit Wärme versorgen.

Außerdem wird erstmals eine Förderung für innovative KWK-Systeme ausgeschrieben. Solche Systeme kombinieren flexible KWK-Anlagen mit erneuerbarer Wärme, beispielsweise aus Solarthermieanlagen oder Wärmepumpen und sparen so besonders viel Treibhausgase ein. Die zusätzliche Förderkategorie soll der KWK Zukunftsperspektiven eröffnen und notwenige Investitionen in flexible Technologien anreizen.

Staatssekretär Rainer Baake: „Die Ausschreibungen für Kraft- Wärme-Kopplungsanlagen stellen die Weichen für die Zukunft. KWK ist ein wichtiger Baustein der Energiewende. Bei den KWK-Zielen sind wir auf Kurs. Jetzt geht es darum, dass die Anlagen flexibel auf erneuerbare Strom- und Wärmeerzeugung reagieren.“

Insgesamt werden bis zum Jahre 2021 jährlich 200 MW pro Jahr ausgeschrieben, wovon anfänglich 150 MW auf herkömmliche KWK-Anlagen und 50 MW auf innovative KWK-Systeme entfallen. Der Anteil der innovativen KWK-Systeme steigt langsam an.

Volker Buddensiek / BMWi

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