Wagner Solar hat Investor gefunden

Der Name Wagner wird der Solarthermie und Photovoltaik erhalten bleiben. Ein Investor aus den Niederlanden hat das insolvente Unternehmen übernommen. (Foto: Wagner & Co Solartechnik)
Der Name Wagner wird der Solarthermie und Photovoltaik erhalten bleiben. Ein Investor aus den Niederlanden hat das insolvente Unternehmen übernommen. (Foto: Wagner & Co Solartechnik)
09.09.2014

Die seit April insolvente Wagner & Co Solartechnik hat mit der niederländischen Sanerink Gruppe einen Investor gefunden und wird mit etwa 80 Mitarbeiter die Geschäftsfelder, Solarthermie, Photovoltaik und Montagesysteme vollständig weiterführen. Wir sprachen mit der neuen Geschäftsführerin.

„In den Niederlanden war Solar schon immer schwer“, erklärt die neue Geschäftsführerin Brigitte van Egten auf die Frage, warum man sich den getraut habe, in so schweren Zeiten für die Solarbranche den insolventen Kollektor- und Montagesystemhersteller Wagner Solar zu übernehmen. Sie sei es halt gewohnt in einem schwierigen Umfeld zu arbeiten.

Brigitte van Egten ist als Direktorin des niederländischen Unternehmens Dutch Solar bereits länger in der Solarbranche aktiv. Beide Unternehmen verbindet eine lange Zusammenarbeit, so fertigt Wagner Solar zum Beispiel als OEM-Dienstleister Solarkollektoren für Dutch Solar.

Standorte bleiben erhalten

Die Wagner & Co Solartechnik verbleibt am Standort Cölbe/Kirchhein und wird mit 80 Mitarbeiter den Betrieb fortführen. 29 Mitarbeiter befinden sich derzeit in einer Auffanggesellschaft. Erst zum Jahreswechsel waren bereits 90 Mitarbeiter entlassen worden, was die Mitarbeiterzahl auf damals noch 150 reduzierte. Entsprechend der reduzierten Mitarbeiterzahl hat sich auch die Zahl der Gebäude von ehemals sechs auf nun zwei reduziert.

Zur Sanderink Gruppe gehören bereits zahlreiche Unternehmen aus den Bereichen Umwelt- und Energietechnik. Neben Dutch Solar Systems finden sich zum Beispiel Ingenieurbüros oder Baukonzerne in der Gruppe wieder. Zudem ist sie international aufgestellt und hat zum Beispiel in Amerika 15 Tochterunternehmen.

Damit bieten sich Wagner sowohl in der Photovoltaik als auch der Solarthermie mitunter neue internationale Vertriebskanäle. Anderseits hat Sanderink aber auch nur den deutschen Teil von Wagner Solar übernommen. Für Wagners eigene internationale Niederlassungen werden jeweils eigene Lösungen gesucht. So hat Insolvenzverwalter Jan Markus Plathner bereits einen Investor für die Niederlassung in England gefunden. Und auch in Frankreich sei man schon in Gesprächen mit Interessenten für die dortige Tochtergesellschaft.

Allen ehemaligen Niederlassungen stehe es aber frei weiter mit Wagner Solar zusammenzuarbeiten und die Marke weiter zu nutzen, erklärt Brigitte van Egten. Nur wären sie dann eben Kunden, keine Tochterfirmen mehr.

Pellets werden nicht weitergeführt

Wie die internationalen Tochterfirmen ist auch das Pelletsgeschäft nicht Teil der Übernahme. Dies sei sehr serviceintensiv erklärt van Egten. Diesen könne man personell aber nicht mehr adäquat bieten. Allerdings muss das aus der Pellets-Sparte nicht von Dauer sein. Die Pellets-Kessel hat Wagner bisher eh nicht selbst gefertigt und man suche das Gespräch mit dem bisherigen Lieferanten, ob dieser nicht in Zukunft den Service-Part übernehmen könne.

Das mit Andreas Knoch als Leiter von Vertrieb und Technik und Michael Fina als Leiter für Einkauf, Produktion und Logistik zwei altbekannte Gesichter in der Geschäftsführung verbbleiben, die auch über Prokura verfügen, darf sicher auch als Indiz gewertet werden, das der neue Investor auf ein gewisses Maß an Beständigkeit setzt.

Jan Gesthuizen