Georg Salvamoser Preis 2017 geht an Josef Jenni Energietechnik sowie an die Käserei Monte Ziego

23.05.2017

Freiburg – Die Gewinner des Georg Salvamoser Preises 2017 stehen fest. Aus einer Vielzahl hochrangiger Bewerbungen hat die Jury insgesamt drei Preisträger ausgewählt. Zwei mit jeweils 10.000 Euro dotierte Hauptpreise gehen an den Solarpionier Josef Jenni (Oberburg, Schweiz) für das Projekt „100% solarbeheiztes Mehrfamilienhaus“ sowie an Martin Buhl, Inhaber der Käserei „Monte Ziego“ (Teningen) für sein Engagement auf dem Weg zur ersten Nullenergie-Käserei Deutschlands. Einen Sonderpreis JUNGE ENERGIE (5.000 Euro) erhält das junge Team von prosumergy in Kassel für die Entwicklung von Mieterstrommodellen. Der Georg Salvamoser Preis wird gemeinsam von der Stadt Freiburg und der Georg-Salvamoser-Stiftung ausgelobt.

Energie aus Abfallstoff gewinnen

Im südbadischen Teningen hat sich die auf Ziegenmilch spezialisierte Käserei Monte Ziego auf den Weg gemacht, sich zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen selbst zu versorgen. Dafür hat Monte Ziego den gesamten Produktionsprozess optimiert: Die Abwärme der Kälteanlage erwärmt das Wasser für die Milchverarbeitung und eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Käserei erzeugt emissionsfreien Strom. Bundesweit einzigartig ist bislang die Biogasanlage. Aus Molke, einem Abfallprodukt der Käseproduktion, entsteht hier hochwertiges Biogas. „Monte Ziego ist es gelungen, mit einem innovativen Verfahren Abfallprodukte in Energie zu verwandeln“, lobt die Jury das Projekt. Das beispielhafte Engagement von Martin Buhl und seinem Team zeige, wie kleine und mittelständische Un-ternehmen die Energiewende im eigenen Betrieb voranbringen können, so die Jury.

Solarthermie XXL

Josef Jenni ist ein Solarpionier der ersten Stunde. Bereits 1976 gründete er in Oberburg im Kanton Bern sein Unternehmen. Anfangs stand noch die Steuerungstechnik für Solaranlagen im Vordergrund, bald installierte er Kollektoren. Dabei wollte er sich aber nicht auf die solare Warmwasserbereitung beschränken, er propagierte vielmehr auch die solare Hei-zungsunterstützung. Also installierte er bald große Wasserspeicher mit mehreren 1000 Litern Inhalt. Um zu zeigen, dass auch ein energieautarkes Haus möglich ist, baute er 1989 ein solches mit einem 118.000 Liter fassenden Wärmetank. Bis heute hat das Unternehmen mit seinen 70 Mitarbeitern mehr als 20.000 „Swiss Solartanks“ ausgeliefert. Die Jury des Georg Salvamoser Preises ist sich einig: „Mit dem Bau des ersten 100% solarbeheizten Mehrfamilienhauses setzt Jenni Energietechnik neue Maßstäbe in der ganzjährigen Nutzung von solarer Wärme“.  

Solarstrom für Mieterinnen und Mieter

Das Start-up prosumergy wurde noch während ihres Studiums von Lena Cielejewski, Daniel Netter und Christopher Neumann gegründet. Die Jungunternehmer ermöglichen es mit ihrem innovativen Modell auch Mieterinnen und Mietern, an der Energiewende teilzuhaben. Prosumergy plant PV-Anlagen für Mietshäuser ab sechs Parteien und übernimmt im Rundum-Sorglos-Paket von der Vertragsgestaltung bis hin zu Messdienstleistungen alles für den Vermieter, was für den Verkauf von Solarstrom an die Mieter notwendig ist. Das überzeugte auch die Jury: „Mieterstrommodelle werden für den Ausbau der Photovoltaik in Deutschland in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen. Das junge Team von prosumergy schafft die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung.“

Preisverleihung am 1. Juni auf der Intersolar in München

Am 1. Juni 2017 um 16.30 Uhr werden die Gewinner die Auszeichnung entgegennehmen, erstmals auf der internationalen Solarfachmesse Intersolar in München (Innovations- und Anwenderforum, Halle A4, Stand A4.530), die von der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe und Solar Promotion am Standort München ausgerichtet wird.

Maria Salvamoser von der Georg-Salvamoser-Stiftung und Freiburgs Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik werden die Preise persönlich überreichen. 

Moderiert wird die Preisverleihung von dem bekannten Journalisten Dr. Franz Alt, der sich selbst seit Jahren unermüdlich für die Energiewende einsetzt. Hans-Josef Fell, Präsident der Energy Watch Group, wird über die Situation der Sonnenenergiewirtschaft in Europa und die politischen Notwendigkeiten referieren, die für eine schnelle Umsetzung erforderlich sind.

Georg Salvamoser Preis

Der Georg Salvamoser Preis ist einer der höchstdotierten Umweltpreise in Deutschland. Namensgeber ist der Freiburger Solarpionier, Gründer der Solar-Fabrik und visionäre Unternehmer Georg Salvamoser (1950-2009). Die Auszeichnung wurde auf Anregung des Freiburger Oberbürgermeisters Dr. Dieter Salomon sowie dem Wirtschaftsverband 100% erneuerbare Energien (WEE) ins Leben gerufen.

„Der Klimaschutz ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, der sich auch die Stadt Freiburg stellt“, sagt die Freiburger Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik. „Die dringend erforderliche Energiewende braucht Heldinnen und Helden mit zukunftsweisenden und praxistauglichen Projekten. Freiburg ist stolz, diese mit dem Georg Salvamoser Preis auszuzeichnen und so die Idee des Freiburger Solarpioniers fortzusetzen.“

Mit dem Preis werden Menschen und Institutionen unterstützt, die sich auf dem Weg zu erneuerbaren Energien nicht aufhalten lassen und die mit ihren Projekten eine Versorgung mit 100 Prozent erneuerbaren Energien voranbringen möchten und dabei Vorbild und Beispiel für andere sind.

Im Jahr 2017 wird der mit insgesamt 25.000 Euro dotierte Georg Salvamoser Preis zum vierten Mal verliehen.

Danke an die Sponsoren

Die Verleihung des Georg Salvamoser Preises ist nur möglich durch die großzügige Unterstützung zahlreicher Sponsorpartner. Die Auslober Stadt Freiburg und Georg-Salvamoser-Stiftung danken daher folgenden Institu-tionen für ihre finanzielle Unterstützung:

  • M10 Industries AG, Freiburg
  • FWTM Freiburger Wirtschaft, Touristik und Messen GmbH & Co. KG
  • Solar Promotion GmbH, Pforzheim
  • WEE Wirtschaftsverband 100% erneuerbare Energien, Freiburg
  • Stiftung Viamedica, Prof. Franz Daschner, Freiburg
  • Seven2one Informationssysteme GmbH, Karlsruhe 
  • Agentur triolog, Freiburg

Quelle: Georg-Salvamoser-Stiftung

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