VDE startet in Singapur „Executive Circle for Sustainable Energy Systems“

Teilnehmer des Executive Circle for Sustainable Energy Systems legen Maßnahmen zur Umsetzung der Energiewende in Asien fest (Bild: VDE)
Teilnehmer des Executive Circle for Sustainable Energy Systems legen Maßnahmen zur Umsetzung der Energiewende in Asien fest (Bild: VDE)
01.11.2018

„Wir schaffen die Energiewende nur gemeinsam. Weltweit müssen Politik, Industrie und Forschung an einem Strang ziehen. Als non-profit Organisation bieten wir auf dem Executive Level eine neutrale Plattform zum Austausch. Der VDE unterstützt mit seinem Know-how aus Wissenschaft, Standardisierung und Prüfung und den Erfahrungen der deutschen Energiewende“, erklärten Ansgar Hinz, CEO des VDE, und Burkhard Holder, Geschäftsführer der VDE Renewables, gemeinsam in Singapur. Den Auftakt des Executive Circles, der in 2019 neben Asien auch in den USA und Europa ausgerollt werden soll, bildete ein exklusiver Workshop, den der VDE gemeinsam mit seinem regionalen Partner, der Sustainable Energy Association of Singapore (SEAS), im Vorfeld der Singapore International Energy Week durchgeführt hat.

Ziel ist Erreichung der Klimaziele

Mehr als 50 ausgewählte Entscheidungsträger von Industrie, Banken, Versicherungen, Marktaufsichtsbehörden und Forschungseinrichtungen aus ganz Asien folgten der Einladung des VDE. Gemeinsam mit den VDE-Experten skizzierten sie hinter verschlossenen Türen Chancen, aber auch Hürden bei der Umsetzung der Energiewende und erarbeiteten dringend notwendige Schritte zur Erreichung der Klimaziele. Die Ergebnisse werden heute auf der Singapore International Energy Week vorgestellt. Sie ist mit mehr als 10.000 Teilnehmern die größte Energiekonferenz in Süd-Ost Asien. „Asien hat großes Potenzial bei den erneuerbaren Energien, bei Speicherkonzepten und der Integration in die Elektrizitätsnetze. Allerdings auch noch zahlreiche Hausaufgaben vor sich“, so die VDE-Experten. Die größten Hemmnisse auf dem Weg zur Energiewende sind der Fachkräftemangel, Informationssicherheit und generelles Verständnis für die Energiewende, das in fehlenden Gesetzen mündet. 

Jetzt die Weichen für Ausbildung stellen

Einigkeit herrschte aus Sicht des Executive Circles, dass sie jetzt die Weichen in Industrie und Politik für die Ausbildung und den Arbeitsmarkt stellen müssen. Dazu gehören neue Ausbildungsgänge, lukrative Angebote für Umschulungsmaßnahmen und Weiterqualifizierung sowie eine intensive und nachhaltige Werbung bei jungen Menschen für die Attraktivität von Arbeitsplätzen in der Branche. „Bereits heute existiert ein weltweiter Fachkräftemangel, insbesondere im Bereich der Energiespeicher, der Elektromobilität und der Informationssicherheit. Wenn Süd-Ost Asien nicht ins Hintertreffen geraten möchte, muss es in die Ausbildung investieren. Unser duales Ausbildungssystem dient hier durchaus als Vorbild, mehr junge Menschen für eine technische Ausbildung zu begeistern“, sagt A. Hinz. 

Großer Nachholbedarf bei Informationssicherheit

Ein weiteres Ergebnis des geschlossenen Workshops ist der große Nachholbedarf beim Thema Datensicherheit. Angesichts der weiteren Dezentralisierung und Digitalisierung von Energieversorgungsstrukturen müsse sich die Energiebranche in Asien wesentlich stärker mit notwendigen Kriterien und Standards im Bereich Informations- und Datensicherheit beschäftigen. „Neue dezentrale Versorgungsmodelle wie Micro Grids werden in Zukunft maßgeblich über Softwaresysteme gesteuert. Ähnlich wie in anderen Industriebereichen sind ständig aktualisierte und standardisierte Prüfprozesse notwendig, die das Risiko von möglichen Angriffen auf Systeme der Energiewirtschaft deutlich reduzieren“, betont Burkhard Holder.

Politische Rahmenbedingungen verbessern 

Großes Potenzial sieht der Executive Circle in weiteren Kostenreduzierungen und deutlichen Leistungsverbesserungen bei Energiespeichern sowie Wind- und Photovoltaik-Produkten. Allerdings passten diese Entwicklungen nicht zu den bestehenden Rahmenbedingungen in den asiatischen Märkten. Ein Ergebnis des Workshops ist deshalb, die Gesetzgebungen im Energiebereich dringend anzupassen. „Verbesserungspotentiale sehen die Experten insbesondere in bestehenden Marktanreizsystemen, um das Investitionsklima zu verbessern“, erklärt A. Hinz. 

Bewusstsein für Erneuerbare in Asien stärken ohne Gesichtsverlust

„Der Vorteil unseres exklusiven Panels ist, dass hinter verschlossenen Türen und ohne Gesichtsverlust auch Defizite zur Sprache kommen und ausdiskutiert werden. So brachten die Experten zum Ausdruck, dass in Asien nach wie vor das Bewusstsein bei vielen Menschen fehlt, egal aus welcher gesellschaftlichen Schicht, dass Produkte und Systeme aus dem Bereich Erneuerbare bereits wirtschaftlich einsetzbar sind und mehr Vorteile als Nachteile bieten. Hier ist einfach noch viel Aufklärungsbedarf nötig, um die Energiewende in Asien zum Erfolg zu bringen und damit die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken“, fasst A. Hinz zusammen. Sobald es zu Themen wie Blockchain käme, blockten viele Menschen förmlich ab. 

Der VDE wird seinen erfolgreichen “Executive Circle for Sustainable Energy Systems“ in 2019 neben Asien auch in Europa und den USA weiterführen und die Ergebnisse aus den weltweiten Workshops zur Umsetzung der globalen Energiewende in Studien und Whitepapers fortschreiben.