Rückgang der Steinkohleförderung 2016 – oder doch nicht?

2016 ging die Förderung von Steinkohle zurück - dank China und den USA (Foto: iStock)
2016 ging die Förderung von Steinkohle zurück - dank China und den USA (Foto: iStock)
07.08.2017

Die Steinkohleförderung ist 2016 gegenüber dem Vorjahr um 268 Mio. t (entspricht 3,8 %) auf 6,7 Mrd. t zurückgegangen – die Zahlen sähen allerdings anders aus, wenn man die Entwicklungen in den USA und China herausrechnet.

Der Rückgang der Steinkohleförderung 2016 geht im Wesentlichen auf zwei Effekte zurück: In den USA ging die Förderung um 147 Mio. t zurück, weil dort die Minen mit hohen Kosten zu kämpfen haben und zusätzlich durch die Förderung von Shale Gas unter Druck geraten sind. In China resultiert der Rückgang um 185 Mio. t aus der Entscheidung der Zentralregierung, unsichere und teure Bergwerke zu schließen. Allerdings hat China gleichzeitig kompensatorisch 124 Mio. t Steinkohle zusätzlich importiert. Diese Zahlen hat der Verein der Kohleimporteure veröffentlicht.

Ohne diese beiden Effekte wäre die Weltsteinkohleförderung nicht um 268 Mio. t gesunken, sondern um 64 Mio. t angestiegen. Erhöht hat sich die Steinkohleförderung in Kolumbien (+5,8 %), in Russland (+2,9 %), in Australien (+2,9 %), in Indien (+2,1 %) und in Indonesien (+1,2 %). Als Abnehmer für die zusätzlichen Steinkohlemengen nennt der Verein der Kohleimporteure insbesondere „ eine ganze Reihe von ASEAN-Staaten“, die zur Versorgung neugebauter Steinkohlekraftwerke eine entsprechende Nachfrage am Weltkohlemarkt ausgelöst haben.

Legt man einen Umrechnungsfaktor von 2,83 zugrunde, sind die CO2-Emissionen aus der Steinkohleverbrennung im vergangenen Jahr um 758 Mio. t zurückgegangen.

Verein der Kohleimporteure / Volker Buddensiek

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