Kohlekreislager für Heizkraftwerk erhält Photovoltaikanlage

Um auf der Dachneigung von bis zu 47 % sicher arbeiten zu können, gehören zwei ausgebildete Höhenkletterer stets mit zum Arbeitsteam (Bild: Vattenfall)
Um auf der Dachneigung von bis zu 47 % sicher arbeiten zu können, gehören zwei ausgebildete Höhenkletterer stets mit zum Arbeitsteam (Bild: Vattenfall)
25.01.2019
Die Installation einer Photovoltaik (PV)-Anlage auf der Dachkuppel des Kohlkreislagers in Moorburg stellt jeden Ingenieur vor besondere Herausforderungen. Grund dafür ist neben der räumlichen Enge und dem schwierigen Zugang auch die kuppelartige Form der beiden Dächer der Kohlekreislager. Sie werden in zwei Bauabschnitten je zur Hälfte in Südausrichtung mit PV-Paneelen bedeckt.  
 
Um auf der Dachneigung von bis zu 47 % sicher arbeiten zu können, gehören zwei ausgebildete Höhenkletterer stets mit zum Arbeitsteam. Sie sind die ersten, die jeden Morgen auf die Kuppel des Kohlekreislagers klettern, um die Sicherungsseile für die Kollegen vorzubereiten. Auf der bis zu 55 Meter hohen Kuppel ist Absicherung vorgeschrieben.
 
Bevor wir im September mit der Montage der Tragekonstruktion für die PV-Module beginnen konnten, war die Kreativität unserer Ingenieure gefragt. Die Dachhaut besteht aus einer Kunststofffolie, die auf einer Holzkonstruktion aufgezogen ist. Dazwischen befindet sich eine Isolierung. „Bei diesen Voraussetzungen kann man sich vorstellen, dass man mit einer Unterkonstruktion ‚von der Stange‘ nicht weit kommt“, erklärt Projektleiter Stefan Veltrup. „Daher haben wir spezielle Tragestützen, insgesamt 1026 Stück, entwickelt. Um diese zu montieren, mussten wir zunächst die Folie für jede einzelne Stütze öffnen und später mit einer Manschette und Folie wieder verschweißen.“
 
Die ersten von insgesamt 2464 PV-Modulen wurde Ende November 2018 montiert. Nach der Fertigstellung sollen etwa 4.000 Quadratmeter Dachfläche durch PV-Module mit einer Leistung von 750 kWp bedeckt sein. Noch im Laufe des Januars sollen alle PV-Module installiert sein und der erste Solarstrom vom Dach des Kohlekreislagers fließen.
 
Das Heizkraftwerk Moorburg trägt mit seiner Leistung von 1654 MW wesentlich zur Strom- und Wärmeversorgung von Hamburg bei. „Klar ist, dass eine Solaranlage auf dem Dach der Kohlekreislager kein fossilfreies Heizkraftwerk aus Moorburg macht. Aber wir leisten gerne einen Beitrag zum Ausbau des Solarenergie-Portfolios von Vattenfall und freuen uns über diese sonnige Erweiterung an unserem Standort“, sagt Markus Weissermel, kaufmännischer Geschäftsführer des Heizkraftwerks.