DVGW startet Studie zu grünen Gasen

18.10.2017

Laut DVGW verhindert der Rechtsrahmen derzeit einen effizienten Beitrag erneuerbarer Gase zu den Klimaschutzzielen. Eine Studie soll Vorschläge zur Integration von Biogas und synthetischem Methan aus Wind- oder Sonnenenergie in das Energiesystem erarbeiten.

 Mit Blick auf die politisch konsentierten nationalen und internationalen Klimaschutzziele wird seit geraumer Zeit intensiv über die Beiträge der einzelnen Sektoren zur weitgehenden Treibhausgasneutralität der Wirtschaft diskutiert. Der Energieträger Gas kann hierzu nach Einschätzung des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW) einen entscheidenden Beitrag leisten. Allerdings hemmen die derzeitigen rechtlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen teilweise die Nutzung grüner Gase und verhindern so deren effizienten Beitrag zur Treibhausgasminderung. Um die derzeitige Stromerzeugungswende zu einer echten Energiewende zu entwickeln, ist eine Reform des gültigen Rechtsrahmens notwendig.

Vor diesem Hintergrund hat der DVGW aktuell ein Forschungsprojekt gestartet, in dem die Möglichkeiten zur Schaffung eines angemessenen rechtlichen Rahmens für erneuerbare Gase in den Anwendungsfeldern Wärme, Stromerzeugung, Mobilität und nichtenergetische Verwendung aufgezeigt werden. Ein weiteres Ziel ist es, den Wert des CO2-neutralen Gases zu bemessen, damit das Potenzial erneuerbarer Gase adäquat verglichen werden kann. So wird der Einfluss eines geänderten Rechtsrahmens auf die Produktion erneuerbarer Gase und deren Nachfrage in einer betriebswirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Analyse bewertet. Darüber hinaus wird das Energiesystem in Deutschland modelliert, um die Auswirkungen eines angepassten Ordnungsrahmens aus volkswirtschaftlicher Perspektive zu analysieren.

Die Untersuchung erstreckt sich auf vielfältige Nutzungsmöglichkeiten erneuerbarer Gase in den Sektoren Wärme, Mobilität, Elektrizität und nichtenergetische Verwendung unter Nutzung des Gasnetzes. Aus dieser Gesamtbetrachtung von rechtlichen, betriebs- und volkswirtschaftlichen Einflussfaktoren entwickelt das Projekt Vorschläge zur Integration von erneuerbaren Gasen.

Projektkoordinator der Studie „Technisch-ökonomische Modellierung eines sektorengekoppelten Gesamtenergiesystems aus Gas und Strom unter Fortschreibung des regulatorischen Rahmens“ (kurz: SMARAGD) ist das DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH unter Mitarbeit des Gas- und Wärme-Instituts (GWI), der DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut in Karlsruhe, der Rechtsanwaltskanzlei Becker Büttner Held und der Forschungsstelle für Energienetze und Energiespeicher (FENES) der OTH Regensburg.

Jens-Peter Meyer / DVGW

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