Marktübersicht Flachkollektoren

Der Flachkollektor ist der Klassiker unter den Solarkollektoren. Knapp 90 % der installierten Solarkollektoren in Deutschland setzen auf diese Bauweise. In unserem großen Vergleich stellen wir über 300 Flachkollektoren mit technischen Daten vor. Dank dutzenden Eigenschaften wie Kollektorwirkungsgrad, Stagnationstemperatur, dem Preis und vielem mehr bietet unsere Datenbank einen einzigartigen Vergleich und hilft Ihnen den besten Flachkollekor für ihre Solaranlage zu finden.

Der Absorber ist das Herz des Flachkollektors

Das zentrale Element eines Flachkollektors ist der Absorber. Bei Flachkollektoren besteht er meist aus einer Metallplatte. Aluminiumabsorber und Kupferabsorber sind dabei am häufigsten. Der Absorber ist mit einer selektiven Schicht überzogen, die das Sonnenlicht sehr effektiv in Wärme umwandeln und gleichzeitig wenig Wärme über Strahlung wieder verlieren.

Am effizientesten sind Absorberschichten, die durch das sogenannte PVD verfahren hergestellt werden. Dagegen gelten galvanisch hergestellte Schwarzchromschichten als sehr beständig. Sie haben aber einen höheren Emissionskoeffizienten, verlieren also mehr Wärmestrahlung. Besonders günstig sind selektive Lacke. Diese erreichen aber nicht die Leistungsfähigkeit der anderen Schichten. Gute Flachkollektoren in unseren Breiten setzen auf hochwertige Schichten, auch wenn der Preis dafür höher ist.

Solar Keymark zeigt die Leistung

Die Leistungsfähigkeit von Flachkollektoren ergibt sich aus dem Konversionsfaktor η0 und den Wärmeverlustkoeffizienten a1 und a2. Diese Messung dieser Werte wird durch die internationale Norm ISO 9806 vorgegeben. Solarkollektoren, die beispielsweise mit dem Solar Keymark oder von der SRCC zertifiziert sind, werden von unabhängigen Testinstituten vermessen.

Ein einfacher Vergleichswert ist der Kollektorjahresertrag, der im Solar Keymark Datenblatt für jeden Solarkollektor angegeben wird. In unserer Datenbank ist der Kollektorjahresertrag für eine mittlere Kollektortemperatur von 50 °C für den Standort Würzburg in Deutschland aufgeführt.

Rahmen und Glas: Das Kleid des Flachkollektors

Das Gehäuse von Flachkollektoren besteht entweder aus einer Wanne oder einer Rahmen-Rückwand-Konstruktion. Unsere Flachkollektor-Datenbank führt hier alle relevanten  Materialien und Bauformen auf. Die Vorderseite ist mit einer Glasplatte versehen. Hierbei kann es sich um normales Fensterglas (Transmisson um 80 %), eisenarmes Solarglas (Transmisson um 90 %) oder Solarglas mit Antireflexbeschichtung (Transmisson größer als 95 %) handeln. Auch transparente Kunststoffplatten sind möglich. Eine weitere wichtige Komponente ist die Rückwanddämmung, die meist 50 mm stark ist.

Welche Temperatur liefert ein Flachkollektor?

Der normale Flachkollektor bringt in der Regel Temperaturen von 40 bis 80 °C, die für Warmwasserbereitung und Heizung ausreichen. Für höhere Temperaturen bietet der Markt besondere Flachkollektormodelle. Um die Wärmeverluste auf der Vorderseite zu reduzieren, kann man eine Doppelverglasung einsetzen oder eine Folie zwischen Absorber und Glas platzieren. Eine dritte Möglichkeit ist eine transparente Wärmedämmung unter der Glasscheibe. Mit solchen Flachkollektoren sind auch mehr als 100 °C erreichbar. All diese Maßnahmen haben natürlich ihren Preis und steigern die Kosten eines solchen Flachkollektors.

Standard Flachkollektoren messen zwischen 2 und 3 Quadratmeter Bruttofläche. Für Großanlagen bieten einige Hersteller auch Großflächenkollektoren mit mehr als 10 Quadratmeter Bruttofläche an.

Ein Begleitartikel zur Übersicht Flachkollektoren ist in Sonne Wind & Wärme 10/2015 erschienen.

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