Modernes Biomasse-Nahwärmenetzt ersetzt fast 180 fossile Heizungen

Der Ortsteil Oberdorf in Teningen heizt nun mit Nahwärme aus Biomasse. Ein 2. Bauabschnitt in ähnlicher Größenordnung folgt 2016. (Foto: endura kommunal GmbH)
Der Ortsteil Oberdorf in Teningen heizt nun mit Nahwärme aus Biomasse. Ein 2. Bauabschnitt in ähnlicher Größenordnung folgt 2016. (Foto: endura kommunal GmbH)
26.10.2015

Die Gemeinde Teningen in Südbaden hat mithilfe eines Biomasse-Nahwärmetzes 176 Haushalte auf eine klimafreundliche Wärmeversorgung umgestellt. Das Durchschnittsalter der ausgemusterten Öl- und Gasheizungen lag bei 17 Jahren.

Am Anfang des vergangene Woche eingeweihten Wärmenetzes stand die Verschwendung. Im Ort steht schon länger eine Biogasanlage mit einer thermischen Leistung von 250 kW. Bisher wurde aber lediglich der Strom über das EEG vermarktet und die Wärme ging ungenutzt verloren. Diese Wärme wird nun in das frisch verlegte Wärmenetz des Ortsteils Oberdorf eingespeist, um 176 Haushalte mit Wärme zu versorgen.

Neben der bestehenden Biogasanlage wurde zudem ein Hackschnitzelkessel mit einer Leistung von 600 kW installiert. Dank eines Sägewerkes in der Nähe kommen die Hackschnitzel zu 95 % aus der regional. Lediglich für Spitzenlastzeiten im Winter wird noch ein Gaskessel mit 300 kW genutzt. Um Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen, kommen zudem drei Pufferspeicher mit einem Gesamtvolumen von 54 Kubikmeter zum Einsatz.

Die nun an das Wärmenetz angeschlossenen Haushalte nutzten zuvor zu 90 % komplett fossile  Heizungen und waren im Schnitt 17 Jahre alt. Ähnliches gilt für zwei Kindergärten und ein Schulzentrum die angeschlossen wurden.

Sowohl Bürgermeister Heinz-Rudolf Hagenacker, als auch der Gemeinderat favorisierten von Anfang an ein Wärmenetz, um die Wertschöpfung in der Region zu halten. Statt auf einen Anschlusszwang an das Wärmenetz setzte die Gemeinde auf eine offensive Öffentlichkeitsarbeit. So konnten nach etwa 9 Monaten genug Kunden gewonnen werden, um das Projekt zu starten.

So wurden etwa Nahwärmesprechstunden und individuellen Vor-Ort-Terminen abgehalten, auf denen Fachleute mit Hauseigentümern über Vorteile, Vorbehalte und individuelle Anforderungen sprachen.

Ausgeführt wurde das Projekt vom Unternehmen endura kommuna aus Freiburg. Endura ist mit 24 % am Betreiber des Netzes, der Nahwärmeversorgung Teningen GmbH, beteiligt. Die verbleibenden 76 % der Betreibergesellschaft liegen komplett bei der Kommune. Die Gemeinde kann sich also sicher sein, dass endura am langfristigen Erfolg des Wärmenetzes interessiert ist.

Jan Gesthuizen

 

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