Es gibt noch Hoffnung!

Katharina Garus
Katharina Garus
27.10.2014

Ja, wirklich, es gibt noch Hoffnung. Selbst für Bayern. Mit den leidigen Diskussionen um die Seehofersche 10H-Regelung war die ja eigentlich gestorben. Bei den Windunternehmen in Bayern und beim Rest der Republik.

Doch liebe Leser, es gibt noch Hoffnung! Denn hochgelobtes bayerisches Schulsystem hin oder her: Die Bayern können nicht rechnen, wie es scheint. Oder eigentlich noch schlimmer: sie können nicht mal zählen.

Da streiten sich doch tatsächlich Umweltministerium und Wirtschaftsministerium darum, wie viele Anträge für neue Windkraftanlagen im laufenden Jahr bisher eingegangen sind. Und es geht nicht um zehn Stück hin oder her. Nein, dafür hätte man ja am Ende noch Verständnis. Es geht um eine Differenz von mindestens 274 Stück. Denn „mindestens 350 Anträge“ für neue Windkraftanlagen seien gestellt worden – sagt das Wirtschaftsministerium. Das Umweltministerium hat bis Ende September aber lediglich 76 Anträge gezählt. Was jetzt?

Wie ich aus diesem Dilettantismus Hoffnung schöpfe, fragen Sie sich? Ganz einfach: Wenn die in Bayern schon nicht zählen können, dann können sie doch erst recht nicht rechnen. Schon gar nicht multiplizieren. Und wie bitte wollen sie dann bei 10H den notwendigen Abstand bestimmen?

Deswegen wird es am Ende wohl doch so kommen, wie Herr Seehofer es immer befürchtet hat: „Schrobenhausener Spargel“ ist dann kein bayrisches Edelgemüse mehr, sondern ein Windpark rund um den oberbayerischen Ort. Die bayrischen Gasthöfe heißen nicht mehr „Zum goldenen Rössle“, sondern „Zum schwingenden Windrad“. Und weil der Balkon des Münchner Rathauses wegen starker Windturbulenzen, ausgelöst durch das 200-m-Ungetüm auf dem Marienplatz, einsturzgefährdet ist, muss der FC Bayern seine Meisterschaften künftig auf dem Dortmunder Borsigplatz feiern.

Katharina Garus