Solarwärme für einen ganzen Ort

Installation der Solarthermie Kollektoren in Büsingen (Foto: Ritter Solar XL)
Installation der Solarthermie Kollektoren in Büsingen (Foto: Ritter Solar XL)

Die deutsche Solarthermieindustrie schaut immer wieder neidisch nach Dänemark. Dort werden im großen Stil große solarthermische Nahwärmenetze gebaut. Umso erfreulicher ist, das im Landkreis Büsingen nun ein über 1.000 m2 große Kollektorfeld auch ein deutsches Wärmenetz mit Solarwärme versorgen wird.

Als weitere Wärmequelle nutzt das Büsingener Wärmenetz zwei Biomasseheizkessel mit 450 und 900 kW Leistung. Im Sommer wird die Solaranlage den Hauptteil der Wärmeversorgung übernehmen, in den Übergangszeiten dagegen die Biomasse unterstützen. Damit soll zum einen Brennstoff gespart werden und zum anderen die Lebensdauer der Kessel steigen, da sie nicht durchgängig laufen müssen.

Ein Grund, warum dieses Projekt überhaupt realisiert werden konnte, liegt an der besonderen Lage des Standorts Büsingen. Er gehört zwar zu deutschem Hoheitsgebiet, allerdings ist er Teil der Schweizer Wirtschaftszone. Damit gelten dort nicht alle deutschen Gesetze, wie zum Beispiel das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG).  „Oft können solche Systeme mit den durch das EEG geförderten preislich nicht mithalten, obwohl sie effizienter sind. In Büsingen haben wir diesen Nachteil nicht“ erklärt Detlev Seidler, Projektverantwortlicher bei Ritter XL Solar, dessen Vakuumröhrenkollektoren bei dem Projekt verbaut werden.

Realisiert wird das gesamte Wärmeprojekt von der Solarcomplex AG, die schon einige Erfahrung im Bereich Bioenergiedörfer vorweisen kann. Bene Müller, Vorstand solarcomplex AG dazu: „Es ist Unfug, im Sommerhalbjahr Gas, Öl oder auch Biomasse für die Bereitstellung von Niedertemperaturwärme zu verbrennen. Wir haben genug freie Umgebungsenergie in Form direkter Solarstrahlung und die muss man nutzen, wo immer das geht. Die Flächeneffizienz der Solarthermie ist gegenüber Biomasse um rund einen Faktor 60 besser und es ist absehbar, dass schon bald auch die Kosten pro Kilowattstunde günstiger sein werden.

Einen Ausführlichen Bericht werden wir in unserer Juliausgabe zur Einweihung des Projektes veröffentlichen.

Jan Gesthuizen

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