Otti Symposium: Die Geduld ist am Ende

Der diesjährige Innovationspreis des Otti-Symposiums ging an den Varical-Speicher von Consolar. Der Speicher ist modular erweiterbar und kann in der Sanierung große Speichervolumina bis 13.000 Liter zur Verfügung stellen. Die einzelnen Module passen durch enge Türen und über enge Treppen und werden vor Ort einfach zusammen gesteckt. (Foto: Jens-Peter Meyer)
Der diesjährige Innovationspreis des Otti-Symposiums ging an den Varical-Speicher von Consolar. Der Speicher ist modular erweiterbar und kann in der Sanierung große Speichervolumina bis 13.000 Liter zur Verfügung stellen. Die einzelnen Module passen durch enge Türen und über enge Treppen und werden vor Ort einfach zusammen gesteckt. (Foto: Jens-Peter Meyer)
15.05.2017

Anlässlich des 27. Symposiums Thermische Solarenergie hat die Solarwärmebranche deutliche Forderungen an die Politik gestellt. Nach Jahren des Marktrückgangs muss endlich etwas passieren.

Das Wichtigste zuerst: Auch im kommenden Jahr wird es aller Voraussicht nach ein Symposium zur Solarwärme im Kloster Banz geben. Der Termin vom 13. bis zum 15. Juni 2018 ist dafür reserviert. Bis zuletzt war das unsicher, weil der bisherige Veranstalter Otti e.V. Ende Mai in die Insolvenz geht. Der Tagungsbeirat wird die traditionsreiche Veranstaltung aber als ideeller Träger weiterführen. Alle Beteiligten sind optimistisch, dass Gespräche mit einem potenziellen neuen Veranstalter erfolgreich verlaufen werden.

230 Teilnehmer haben dieses Jahr das Otti Symposium Thermische Solarenergie besucht. Ein signifikanter Anstieg war bei den Teilnehmern von Energieversorgern und Stadtwerken zu bemerken. Während der Absatz von Solaranlagen beim privaten Hausbesitzer stagniert, steigt das Interesse an Solarheizwerken, die Fernwärmenetze versorgen, klar an. Auch die Politik will Fernwärmenetze stärker in den Fokus nehmen. Frank Heidrich, Leiter der BMWi-Unterabteilung Wärme und Effizienz in Gebäuden, kündigte an, dass in Kürze ein neues Förderprogramm für Fernwärmenetze kommen soll. Insbesondere Niedertemperatur-Wärmenetze sollen hier berücksichtig werden. Auch das KWK-Gesetz soll noch vor der Bundestagswahl im Herbst novelliert werden. Ein erster Referentenentwurf liegt bereits vor. Für innovative KWK, so genannte iKWK-Systeme, soll in Zukunft eine neue Förderkategorie eingeführt werden und entsprechende Projekte werden dann im Ausschreibungsverfahren vergeben. Mit Solarheizwerken gekoppelte KWK wird in dieser Kategorie große Chancen haben, da waren sich die Branchevertreter einig. Allerdings wird die Zeit knapp. Solaranbieter müssen möglichst jetzt schon Konzepte parat haben, damit sie bei den Unternehmen zum Zuge kommen können, die an den Ausschreibungen teilnehmen wollen.

BSW Solar gibt sich kämpferisch

Kämpferischer als in der Vergangenheit präsentierte sich der Branchenverband BSW Solar. Geschäftsführer Jörg Mayer sprach sich deutlich für eine CO2-Steuer aus, die fossile Brennstoffe verteuern muss. Nur so sei Augenhöhe zwischen fossilen Brennstoffen und erneuerbaren Energien erreichbar. Dabei sollten nach Auffassung des BSW Solar die Einnahmen aus der CO2-Steuer an die Bürger komplett zurückverteilt werden.

Eine solche CO2-Steuer oder Klimaschutzabgabe würde heute bestehenden Förderprogramme ersetzen. Solange diese aber noch bestehen, ist eine Vereinfachung nötig. Mayer forderte eine Zusammenlegung von Förderprogrammen, eine klare Trennung von Bafa- und KfW-Förderung und einen zentralen Anlaufpunkt, an dem sich Bürger über alle Fördermöglichkeiten informieren können. Der BSW Solar spricht sich für die ertragsabhängige Solarförderung aus und wünscht sich parallel zur Mieterstromverordnung eine Mieterwärmeverordnung. Auch über Prämien für Handwerker aus dem Topf des Marktanreizprogrammes solle die Politik nachdenken, um Handwerksbetriebe zu unterstützen, die aktiv Solarwärme in den Markt bringen.

Solargutachter Christian Keilholz schlug vor, dass eine Förderung für Handwerker aus Mitteln des Marktanreizprogrammes, mit Qualifizierungsmaßnahmen gekoppelt sein müsse. Er begutachtet seit 17 Jahren Solarwärmeanlagen und hat festgestellt, dass bei kleinen Warmwasseranlagen die Qualität der Installation gestiegen ist. Bei komplexeren Anlagen zur Heizungsunterstützung würden aber immer noch dieselben Installationsfehler auftreten, wie in allen Jahren davor. Keilholz glaubt daher, dass die beste Lösung der flächendeckende Einsatz von Werksteams bei der Neuinstallation von Solaranlagen wäre, um der Qualitätsmängel Herr zu werden.

Jens-Peter Meyer