Marktanreizprogramm: Kostensenkungen werden erwartet

Thorsten Herdan, Abteilungsleiter Energieeffizienz beim Bundeswirtschaftsministerium. (Foto: Jan Gesthuizenl)
Thorsten Herdan, Abteilungsleiter Energieeffizienz beim Bundeswirtschaftsministerium. (Foto: Jan Gesthuizen)
16.03.2015

Zum ersten April startet das neue Marktanreizprogramm. Wir haben mit Thorsten Herdan, Abteilungsleiter Energieeffizienz beim Bundeswirtschaftsministerium über die neuen Fördersätze, ertragsabhängige Förderung und Sonnenhäuser gesprochen.

Schon im Vorfeld gab es aus der Solarthermiebranche Kritik daran, das die ertragsabhängige Förderung für Solarthermieanlagen nur für Installationen zwischen 20 und 100 m² Kollektorfläche gelten solle. Thorsten Herdan vom BMWi erklärte gegenüber Sonne Wind & Wärme das man „ganz bewusst“ einen Testweg gehe, um die ertragsabhängige Förderung „auszuprobieren.“ Zudem so Herdan: „Die ertragsabhängige Förderung benötigt bestimmte Voraussetzungen von den Herstellern verlangt, die gerade im kleineren Bereich nicht alle Hersteller erfüllen.“ Allerdings soll die ertragsabhängige Förderung der Solarthermie in ein bis zwei Jahren überprüft werden und dann gegebenenfalls über das Marktanreizprogramm in der Breite ausgerollt werden.

Degression im Marktanreizprogramm vorgesehen

Auch wenn die Fördersätze nun angehoben wurden, sollte die Branche dies allerdings nicht als Einladung verstehen, nicht weiter an Kostensenkungen zu arbeiten. Eine Degression der Fördersätze ist fest eingeplant, den, wie der Name des Marktanreizprogrammes es schon sage, solle hier nur ein Markt angeregt, nicht künstlich erhalten werden. „Wenn die Lernkurven entsprechend sind, werden wir mit der Förderung darauf reagieren, wenn Lernkurven sich gar nicht einstellen, werden wir sicher auch darüber reden müssen ob es Sinn macht diese Märkte weiter anzureizen“, so Herdan.

Sonnehäuser werden gefördert

Ganz neu im Programm befinden sich nun auch Sonnenhäuser, wenn auch nicht direkt unter diesem Namen. Doch auch wenn der Name im Marktanreizprogramm nicht fällt, ähneln die Voraussetzungen denen des Sonnenhaus Instituts. Um Förderungen im Rahmen des Marktanreizprogramms zu erhalten, müssen die Gebäude einen solaren Deckungsanteil von 50 % haben. Zudem fordert das Marktanreizprogramm dabei laut Herdan beim Dämmstandard, dss dieser um 30 % über dem EnEV Referenzgebäude liegen.

Neues "Marktanreizprogramm Energieeffizienz" geplant

Zumindest ein Trostpflaster für die gescheiterte steuerliche Abschreibung brachte Thorsten Herdan mit und erklärte: „Wir haben den Bundesanteil, der für die steuerliche Förderung ausgegeben worden wäre, jetzt im Haushalt freigestellt, um ihn für ein Marktanreizprogramm Energieeffizienz zu nutzen.“

Wie dies aussehen wird, ist derweil noch nicht klar, die Details werden im BMWi derzeit erarbeitet. Allerdings soll das neue Marktanreizprogramm Energieeffizienz „additiv zu dem Marktanreizprogramm Erneuerbare“ gelten.

Jan Gesthuizen

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