Luftwärmepumpe/Solar/Eisspeicherkombi geht in die zweite Generation

Nordex‘ N117/2400 ist besonders gut für Schwachwindstandorte geeignet. (Foto:
Nordex‘ N117/2400 ist besonders gut für Schwachwindstandorte geeignet. (Foto:

Paketlösungen in der Solarthermie müssen nicht immer bedeuten, dass Solarkollektoren einfach nur mit klassischen Öl- oder Gasheizungen verkauft werden. Schon seit einigen Jahren bietet die Consolar GmbH eine pfiffige Kombination aus Solarkollektoren mit einer Luftwärmepumpe und einem Eisspeicher an.

Da Solarkollektoren im Winter keine ausreichend hohen Temperaturen für Heizung und Warmwasser zur Verfügung stellen können, Luftwärmepumpen dazu aber gerade zu dieser Jahreszeit sehr viel Strom verbrauchen hat Consolar die Not zur Tugend gemacht und beide Technologien in der Solaera-Heizzentrale miteinander verbunden.

Denn auch wenn es kalt ist, ein paar Grad können die Kollektoren auch im Winter noch rausholen. Statt eine Wärmeträgerflüssigkeit zu erhitzen, wie sie es im Sommer ganz klassisch auch tun, wird im Winter Luft aufgeheizt. Dazu ist ein zusätzlicher Luftwärmetauscher hinter dem Absorber angebracht. Die erwärmte Luft wird der Wärmepumpe zugeführt und entlastet diese damit, lässt also den Stromverbrauch sinken. Neben einem klassischen Kombispeicher ist das System zusätzlich mit einem Eisspeicher ausgestattet. Dieser speichert Wärme im Phasenübergang zwischen Wasser und gefrorenem Eis. Er hat im Prinzip die gleiche Funktion wie die Solarkollektoren, nur in der Nacht. Auch er stellt der Wärmepumpe höhere Temperaturen als die besonders kalte Nachtluft zur Verfügung. 

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Grundsätzlich ist die Solaera-Heizung in dieser Form schon seit 2006 im Einsatz, wurde nun aber vor allem hinsichtlich der Regelung gründlich überarbeitet. So kann das System jetzt an das Internet angeschlossen werden und ist damit der inzwischen üblichen Fernwartung und Überwachung zugänglich.

Einige Optimierungen gibt es bei der Heizkreisregelung. Das Unternehmen hat diverse Heizkreisstrategien getestet, immer im Hinblick darauf das Temperaturniveau des Heizkreises ohne Komfortverlust zu senken. Gerade die Wärmepumpe im Blick lässt sich so viel Strom einsparen. In der Praxis rechnet Consolar mit einer Ersparnis von 5 – 10 % Stromkosten. Dazu setzt das Unternehmen einen PI-Regler ein, der die Vorlauftemperatur unabhängig von Heizkennlinien anhand der aktuellen Raumtemperatur ermittelt.

Grundversorgung im Bestand

Das System kann nun auch in Bestandsgebäuden eingesetzt werden. Ausgelegt ist die Soleara-Heizung selbst auf einen Heizbedarf von bis zu 13.000 kWh/a. In Bestandsgebäuden, in denen der Bedarf ohne Weiteres darüber liegt, übernimmt die Solarheizung die Grundversorgung. Ein bereits vorhandener Gas- oder Ölkessel schaltet dann nach Bedarf zu.  Das ist dann der Fall, wenn die Heizlast größer sein sollte, als die Solaera-Heizung liefern kann, oder die geforderte Heizkreisvorlauftemperatur über 40 °C liegt. Oberhalb dieser Temperatur ist die Wärmepumpe nicht für den Heizbetrieb zugelassen.

Jan Gesthuizen