China tritt dem Solarthermieprogramm der IEA bei

Seit Ende April ist China offiziell das 21ste Mitglied des Solarthermieprogramms der Internationalen Energieagentur (IEA SHC). „China ist nicht nur der größte Markt für Solarthermie, sondern auch ein Zentrum für Forschung, Entwicklung und Anwendung von Solarthermie und solarer Kühlung. Unsere Zusammenarbeit wird helfen, die Entwicklung und Anwendung von Solarthermie weltweit zu beschleunigen“, sagt Werner Weiss, Vorsitzender des IEA SHC-Programms.

Weiss hatte sich seit vier Jahren intensiv bemüht, China für eine Mitgliedschaft im SHC-Programm zu gewinnen. China ist zwar das bedeutendste Solarthermieland, das während Weiss Vorsitz dem Solarprogramm beitrat, aber nicht das erste: Vor zwei Jahren war Südafrika dem Programm beigetreten, vor einem halben Jahr Singapur. Auch wenn Solarthermie in China einen starken heimischen Markt besitzt, müht sich die Industrie um internationale Anerkennung, wozu die Mitgliedschaft im SHC Programm sicher beitragen wird.

Im Exekutivekommitee wird China von He Tao und Zhang Xinyu vertreten, die beide am Zentrum für Qualitätssicherung und Testen von Solarthermiesystemen an der Chinese Academy of Building Research (CABR) tätig sind. “Als Mitglied im IEA SHC können wir mit hervorragenden Solarthermieexperten aus den Mitgliedsländern zusammenarbeiten und Erfahrungen austauschen, was die schnelle und weite Anwendung von Solarthermie in China fördern wird“, sagt He. Die Mitgliedschaft im SHC-Progamm ist stets die Entscheidung des Staates, nicht einer einzelnen Organisation, weshalb die Beitrittsgespräche oft recht langwierig sind. Das CABR repräsentiert im Falle der chinesischen Mitgliedschaft das Ministerium für Wissenschaft und Technologie.

Das SHC-Programm stammt aus dem Jahr 1977 und ist somit eine der ersten multilateralen Technologieinititativen der IEA. Die Mitgliedsstaaten arbeiten in sogenannten Tasks gemeinsam an Themen aus Forschung, Entwicklung und Demonstration. Ein aktuelles Beispiel ist die Task IEA SHC 49 für Solare Prozesswärme. Das erklärte Ziel des Programms ist es, dass Solarwärme im Jahr 2030 die Hälfte des Bedarfs für Niedertemperaturwärme deckt.

Derzeit laufen Beitrittsgespräche mit mehreren weiteren Ländern, wie Weiss berichtet. Dazu gehören Chile, Katar und Brasilien. Ebenfalls interessiert zeigt sich der Staatenbund ECOWAS (Economic Community Of West African States), der als Sponsor mit ähnlichen Rechten wie ein Mitglied beitreten könnte. Außerdem hat Japan angekündigt, beim nächsten Treffen des Exekutivkommitees im Juli in San Francisco ins SHC-Programm zurückzukehren.