Neues Marktanreizprogramm startet im April

10.03.2015

Das neue Marktanreizprogramm steht vor der Tür. Vor allem für Solarthermie und Biomassekessel gibt es kräftige Erhöhungen der Fördersätze. Aber auch bei der Wärmepumpe stehen Änderungen an.

Solarthermie: Trinkwasseranlagen werden wieder gefördert

Eine ganze Reihe von Änderungen betrifft die Solarthermie. Zum einen wird die Förderung für Trinkwasseranlagen wieder eingeführt. Als Fördersatz gibt es hier 50 €/m², mindestens aber 500 €, was einer Kollektorfläche von 10 m² entsprechen würde. Zumindest Trinkwasseranlagen für Einfamilienhäuser liegen meist deutlich darunter. Kräftig erhöht wird zudem die Förderung für Solarthermieanlagen, die der Heizungsunterstützung dienen. Auf 140 €/m² steigt hier die Förderung, der Basissatz liegt bei mindestens 2.000 €.

Innovationsförderung für große Kollektorflächen

Auch bei der Förderung von Großanlagen gibt es Änderungen. Hierzu gibt es eine sogenannte Innovationsförderung für Anlagen von 20 bis 100 m² Kollektorfläche. Solarthermieanlagen in dieser Größenordnung, die der Trinkwasserbereitung dienen, erhalten im Neubau einen Fördersatz von 75 €/m² Kollektorfläche, im Altbau werden 100 €/m² gewährt.

Noch höher fällt die Förderung aus, wenn die Heizung unterstützt wird. Hier sieht das Marktanreizprogramm ab April einen Fördersatz von 200 €/m² im Altbau und 150 € im Neubau vor. Diese Förderhöhe ist auch für die solare Kälteerzeugung oder für Anlagen gedacht, die Wärmenetze versorgen sollen. Erzeugt die Solarthermieanlage Prozesswärme, werden auch weiterhin Kollektorfelder gefördert, die größer als 100 m² sind.

Ertragsabhängige Förderung für die Solarthermie

Im Größensegment von 20 bis 100 ² Kollektorfläche bietet das Marktanreizprogramm zudem die Möglichkeit einer ertragsabhängigen Förderung. Dazu soll für jede Kilowattstunde Kollektorjahresertrag eine Vergütung von 45 Cent gezahlt werden. Als Basis dazu dient der Jahresertrag aus dem Solar Keymark Datenblatt für den Standort Würzburg. Im Vorfeld war allerdings aus der Branche zu entnehmen, dass diese Förderung vergleichsweise unattraktiv sei und die meisten Anlagen daher wohl eher den normalen Satz der Innovationsförderung gebaut werden würden.

Höhere Grundförderung für Biomasse

Wer in Zukunft auf einen Pelletskessel setzt, erhält nach dem neuen Marktanreizprogramm ab dem 1. April eine Förderung des BAFA von mindestens 3.000 €, was einer Erhöhung von 600 € entspricht. Enthält der Kessel schon einen Pufferspeicher, steigt die Förderung auf 3.500 €. Einen Speicherbonus von 500 € gab es aber im Grunde auch schon im alten Marktanreizprogramm. Oberhalb des Mindestsatzes gilt ein Fördersatz von 80 €/kW. Bei Pelletsöfen mit Wassertasche wurde die Mindestförderung auf 2.000 € festgesetzt.

Pelletskessel mit Brennwerttechnik erhalten Bonus

Interessant für die Biomasse sind zudem einige Änderungen bei der sogenannten Innovationsförderung. So wird etwa der Einsatz der Brennwerttechnik zusätzlich honoriert, bis zum 1,5-fachen des Basissatzes. Für einen Pelletskessel mit Brennwerttechnik kommen so also 4.500 € zusammen. Neu aufgenommen wurde auch der Neubau. Wird der Brennwert-Pelletskessel hier eingebaut, entfällt allerdings der 50-%-Bonus, sodass es hier bei 3.000 € Basisförderung bleibt.

Nachdem schon die Solarthermie in der letzten Novelle eine eigene Förderung für den Bereich Großanlagen und Prozesswärme bekommen hatte, legt das Wirtschaftsministerium nun bei der Biomasse nach. Soll die Biomasseanlage für die Erzeugung von Prozesswärme genutzt werden, sollen bis zu 30 % der Nettoinvestitionskosten erstattet werden.

Smart-Grid Bonus für Wärmepumpen

Auch im Marktanreizprogramm finden Strom und Wärmemarkt so langsam zusammen. Erstmals erhalten Wärmepumpen eine Bonusförderung von bis zu 500 €, wenn sie ein Lastmanagement zulassen. Die am meisten genutzte Wärmepumpe, die Luft-/Wasser-Wärmepumpe, erhält nach aktuellem Stand ab 1. April eine Förderung von 40 € /kW, wobei es auch hier eine Mindestförderung für kleine Anlagen gibt. Diese liegt bei 1.500 € für leistungsgeregelte und monovalente Wärmepumpen. Andere Luftwärmepumpen erhalten 1.300 € als Mindestsatz.

Höhere Sätze für Erdwärmepumpen

Den höheren Kosten für Erdwärmepumpen trägt das Marktanreizprogramm mit höheren Fördersätzen Rechnung. Diese erhalten eine Förderung von 100 € pro installiertem Kilowatt Leistung. Die Mindestförderung für kleinere Anlagen liegt für Erdwärmepumpen mit Erdsonden bei 4.500 €. Dieselbe Summe ist auch für Sorptions- und gasmotorische Wärmepumpen vorgesehen. Alle weiteren Erdwärmepumpen erhalten mindestens 4.000 €. Ähnlich der Biomasse ist auch eine 30-%-Förderung für Wärmepumpen vorgesehen, die der Erzeugung von Prozesswärme dienen.

Dieser Artikel beruht auf Vorabinformationen, die sich bis zur finalen Veröffentlichung des neuen Marktanreizprogramms noch leicht ändern können. Eventuelle Änderungen werden wir möglichst bald berichtigen. Eine Ausführliche Betrachtung des neuen Marktanreizprogramms steht dann in unserer nächsten gedruckten Ausgabe an.

Jan Gesthuizen