Rheinland-Pfalz stellt Energiestrategie vor

Ministerpräsident Kurt Beck und Umweltministerin Margit Conrad setzen auf Energiesparen und den Ausbau erneuerbarer Energien. Die Sonne soll die wichtigste Energiequelle für Rheinland-Pfalz werden.<br>
Foto: Martin Frey
Ministerpräsident Kurt Beck und Umweltministerin Margit Conrad setzen auf Energiesparen und den Ausbau erneuerbarer Energien. Die Sonne soll die wichtigste Energiequelle für Rheinland-Pfalz werden.
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Die Ministerin, die nach den Landtagswahlen das Ressort Energiepolitik vom Wirtschaftsministerium übernommen hatte, präsentierte den rund 200 Teilnehmern eine Energiestrategie für das Bundesland.

Einen Schwerpunkt möchte Conrad auf den Ausbau erneuerbarer Energien legen, deren Anteil am Gesamtenergieverbrauch bis 2020 mindestens verdoppelt werden soll. Allerdings betonte sie mehrfach auch die Notwendigkeit der Kohlenutzung als Übergangslösung: »Auch fossile Energieträger haben eine Zukunft, aber nicht unter allen Bedingungen.« Der Kernenergie geben Beck und Conrad keine Zukunft.

Energiesparen, Energieeffizienz, erneuerbare Energien und eigene Stromerzeugung seien die vier Bausteine der neuen Energiestrategie, so Conrad. Da der Gebäudesektor in Rheinland-Pfalz 41 Prozent des Endenergieverbrauchs beanspruche, lägen hier die größten Einsparpotenziale.

Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher, präsentierte ein Tarifmodell für alle Stromkunden, das eine gewisse Freimenge Strom vorsieht und dann stärker verbrauchsabhängig ansteigt als üblich. Dies sei sozial und motiviere zum Stromsparen. Völlig konträr gab sich Eggert Voscherau, der stellvertretende Vorsitzende der BASF AG aus Ludwigshafen. Er monierte, dass die Industrie »weltweit konkurrenzfähige Energiepreise« brauche und warnte vor »übertriebenem Klimaschutz« und der möglichen Folge einer »Deindustrialisierung« Deutschlands. Um das Klima retten zu können brauche es »rauchende Schornsteine«.

Keinen Gegensatz zwischen Zukunftschancen für die Industrie und den Anforderungen des Klimaschutzes sieht Winfried Hoffmann. Noch in seiner Funktion als Geschäftsführer von Schott Solar wies er in Mainz auf die Potenziale der Solarenergie hin. Auch die Landesregierung sieht die Solarenergie als die wichtigste Energie der Zukunft. Außerdem sei die Biogasnutzung »ein Schwerpunkt«, die Wasserkraft »mit fischverträglichen Lösungen ausbaufähig« und die Windenergie könne durch »qualifiziertes Repowering an natur- und raumverträglichen Standorten« den derzeitigen Anteil von 6 Prozent am Nettostromverbrauch weiter steigern.