Ungewisse Zukunft für Schott-Fabrik in Billerica

Nach amerikanischem Recht musste die Schott Solar Inc. einen »Warn Act« aussprechen. Zu einer solchen Erklärung mit einer Vorlaufzeit von zwei Monaten ist ein Unternehmen verpflichtet, wenn es seinen Betrieb nicht sicher weiterführen kann. Eigentlich war der 16. Januar der kritische Zeitpunkt, doch Schott Solar hat die Frist um weitere zwei Monate verlängert.

Man prüfe noch alle Optionen und könne vor Ende der Verhandlungen keine Stellung beziehen, erklärt Pressesprecher Lars Waldmann.

Die Belegschaft von ehemals 215 Mitarbeitern bei Vollbetrieb ist schon geschrumpft: Nach dem Warn Act haben 45 von ihnen bereits eine andere Stelle angetreten.

In der Fabrik in Billerica in der Nähe von Boston begann 1973 Mobil Tyco mit der Entwicklung des Fertigungsverfahrens EFG (Edge-definded Fildm-fed Growth), nach dem Schott Solar bis heute seine Wafer fertigt. Ab 1980 lief die Produktion unter dem Namen Mobil Solar Energy Corporation um 1994 von der ASE GmbH übernommen und in ASE Americas umbenannt zu werden. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen bereits mehrere Jahre Erfahrung in der Produktion von Wafern, Zellen und Modulen.

ASE gehörte zur Hanauer Nukem, Nukem zu RWE. Und RWE verkaufte im Oktober 2002 50 % der Anteile an Schott Glas . Damit war die RWE Schott Solar geboren (Sonne Wind & Wärme 4/2002, Seite 7). Im Oktober 2005 kaufte die Schott AG die Anteile der RWE auf und seitdem hieß das Unternehmen Schott Solar (Sonne Wind & Wärme 11/2005, Seite 66).