Solyndra: Dünnschicht-Hersteller gibt auf

Man sehe sich gezwungen, die Solarmodulproduktion einzustellen, berichtete Solyndra am Mittwoch und nannte als Grund die Herausforderungen durch die Konkurrenz, die internationalen Überkapazitäten bei den Solarmodulen sowie den rauen Preiskampf – der auch eine Folge der Unsicherheit hinsichtlich staatlicher Förderprogramme in Europa sowie des Abschwungs auf den Kreditmärkten sei, die Solarsysteme finanzierten.

Solyndra will nun Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts beantragen. Zugleich bewerte man diverse Optionen, inklusive des Verkaufs des Business, der Lizenzen und der Expertise in Sachen CIGS-Technologie und Produktion, so das Unternehmen.

Der Hersteller aus Fremont, Kalifornien, hat rund 1.100 Vollzeitkräfte sowie Zeitarbeiter mit unmittelbarer Wirkung entlassen. Trotz des starken Wachstums im US-Markt in 2011 und einer Reihe von Aufträgen für sehr große Industriedächer habe man keine volle Auslastung seiner Produktionskapazität – sie sollte Ende des Jahres bei 200 MW liegen – erreicht.

Solyndra hatte für den Ausbau seiner Fabrik Kreditbürgschaften in Höhe von 535 Mio. US-$ vom US-Department of Energy (DOE) erhalten, die in der Öffentlichkeit heftig kritisiert wurden. Für die Obama-Administration war der einheimische Modulhersteller ein Vorzeigeobjekt. Der Präsident selbst hatte das Werk in Fremont im Mai 2010 besucht.

Experten gehen davon aus, dass die Herstellung der Solyndra-Module im Vergleich zu solchen mit Siliziumzellen ebenso wie im Vergleich zu anderen Dünnschichttechnologien zu teuer ist. Die Module aus Fremont bestehen aus Glasröhren, die innen mit CIGS-Dünnschicht-Zellen beschichtet sind. Aufgrund der röhrenförmigen Absorber ähneln sie äußerlich eher Solarthermischen Vakuumröhrenkollektoren. Zweck des Aufbaus war es, die Leistung von der Dachausrichtung möglichst unabhängig zu machen. Die Rundumbeschichtung in der Röhre soll zusammen mit einer weißen, reflektierenden Dachbedeckung dazu führen, dass auch die an den sonnenzugewandten Zellen vorüber gehende Strahlung noch teilweise umgewandelt wird. Solyndra hatte als Anwendungen in Europa vor allem Flachdächer von Industriehallen sowie Gewächshausdächer (z.B. in Italien) im Visier.
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