Solarfördergesetz Conto Energia in Italien

Die Konferenz der Staaten und Regionen in Italien hat im Februar das neue Solarfördergesetz »Conto Energia« angenommen, wie der Europressedienst berichtet. Demnach ist das Nominalziel für die Förderung nochmals erhöht worden und liegt jetzt bei 3 Gigawattpeak bis zum Jahr 2016. Bisher wurden nach Angaben des Netzregulators GSE 7,9 Megawattpeak - anstelle der vorher deklarierten 6,1 Megawattpeak - installiert und angeschlossen. Die neue Regelung nimmt Abstand von der bisherigen Förderung nach Systemleistungen und sieht eine Mischvergütung aus Leistung und Systemtyp vor. Seit dem 23. Februar ist das Gesetz in Kraft.

Während im vorigen Gesetz vor allem Systeme von 20 bis 50 Kilowattpeak gefördert wurden, liegt der Fokus nun auf den Kleinanlagen von bis zu 3 Kilowattpeak. Dafür gibt es im besten Fall 49 Ct/kWh – nämlich dann, wenn die Anlage als »vollintegriert« bewertet wird. Dafür sind im Gesetz verschiedene Möglichkeiten beschrieben. Gemeinsam haben sie, dass das Modul ein Bauteil des Gebäudes ersetzen muss, z.B. Teile des Dachs, ein Balkongeländer oder einen Sonnenschutz. Ist das Modul lediglich auf dem Dach montiert, gilt die Anlage nur als teilintegriert und die Vergütung sinkt auf 44 Ct/kWh. Doch auch für eine teilintegrierte Anlage gelten strenge Anforderungen, z.B. darf das Modul nicht aufgeständert sein. Der italienische Photovoltaikverbandes Gruppo Imprese Fotovoltaiche Italiane (Gifi) hat die Regierung aufgefordert, die Teil- und Vollintegration noch genauer zu definieren. Freiflächenanlagen über 20 kWp werden mit 36 Ct/kWh am geringsten gefördert. Das Conto Energia bezieht sich ausschließlich auf Photovoltaikanlagen.

Mit der gezielten Förderung von integrierten Kleinanlagen versucht die italienische Regierung dem noch jungen Markt in Italien Schutz vor ausländischer Konkurrenz zu geben. »Für die Nachfrage nach großen Mengen, wie es beispielsweise für die Exportwirtschaft in Deutschland wichtig wäre, bringt das Dekret nicht unbedingt Vorteile – damit reduziert sich das Potential des Marktes«, erklärt Gifi-Präsident Gert Gremes gegenüber Europressedienst.

Die Einspeisetarife werden auf 20 Jahre garantiert. 2009 wird das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Umwelt die Tarife überprüfen. Im übrigen äußerte sich Gremes verhalten über das Conto Energia: »Das neue Gesetz bringt teilweise sicherlich mehr Kontinuität für den Markt, zum Beispiel für die Installateure. Auch die Antragstellung ist einfacher geworden.« Gifi hält eine Basisförderung von 0,44 Ct/kWh für notwendig, da die Sonneneinstrahlung im Norden Italiens weniger stark und eine Investition bei geringer Vergütung damit ineffizienter ist. Nach Ansicht von Daniela Schreiber, die als Projektleiterin die Studie »The Italian Photovoltaic Market 2006/07 – Basics, Potentials, Risks« der EuPD Research auf der Böblinger Messe Erneuerbare Energien vorstellte, wird das neue Gesetz vor allem bei der bisher schwierigen Antragsstellung helfen: »Da die Antragsstellung für die Einspeisevergütung nicht mehr vor Baubeginn eingereicht werden muss und insgesamt weniger Genehmigungen benötigt werden, wird der Zeitraum von der Planung bis zum Netzanschluss der Solaranlage deutlich beschleunigt«.