Solare Callshops

Eröffnungszeremonie für das Nice-Kommunikationszentrum.<br/>
Foto: Econcern
Eröffnungszeremonie für das Nice-Kommunikationszentrum.
Foto: Econcern

»Next-door Internet, Communication and Energy Service«, kurze Nice, heißen die Läden, die ihren Kunden Dienstleistungen rund um Kommunikation und Energie bieten sollen: Internetzugang, IT-Training, Fernsehräume, Batterieladestationen, eine Leseecke, aber auch kalte Getränke und Eis.

20 Computerarbeitsplätze sollen bis spät abends zur Verfügung stehen – mit tageszeitlich unterschiedlichen Gebühren. Auch der Eintritt für das Mini-Cinema mit Breitbandfernseher soll mit der Nachfrage variieren. Davon verspricht sich Nice, die Kunden zeitlich besser zu verteilen. Die Preise orientieren sich an dem, was die Menschen zur Verfügung haben: Für Kerosinlampen, so schätzt Nice, geben sie umgerechnet etwa 1 bis 4 € pro Woche aus. Die Ladekosten für Batterien sollen also so hoch sein, dass sie mit diesem Betrag auch genug Strom für die Beleuchtung mit einfachen LED-Lampen bekommen.

Nice ist ein Franchise-Modell, das sich die Energy4All Foundation ausgedacht hat. Energy4All wiederum ist Teil eines gemeinsamen Programms der Unternehmen Econcern und Essent, eines niederländischen Energieversorgers. Energy4All vergibt günstige Kredite an Nice International, zu dem die Tochterfirma Nice Gambia gehört, die schließlich die Franchising-Lizenzen vergibt. Nice Gambia plant, in diesem Jahr eine Kooperation mit Reliance Micro Finance zu beginnen, um den Shopbetreibern den Einstieg ins Geschäft zu erleichtern.

»Die ersten zwei Monate des Pilotprojektes waren vielversprechend«, sagt Omar Nije, Geschäftsführer von Nice Gambia. Zusammen mit der Christian Child Foundation will die Organisation Befufsbildungsprogramme entwickeln, für die Schüler ein Stipendium von 50 % der Kosten erhalten sollen. Auch an andere Synergien denkt er: Wenn für ein Fußballspiel viele Menschen im Shop versammelt sind, können Entwicklungsorganisationen in den Spielpausen Gesundheitsaufklärung betreiben.

Insgesamt 75 Läden nach diesem Konzept will die Organisation in Gambia eröffnen. Für das westafrikanische Land sprach, dass die Nice-Partnerorganisation Better Future dort bereits gute Verbindungen zu Nichtregierungsorganisationen und Wirtschaft besaß.