Q-Cells überrascht mit Doppelstrategie

Foto: Jörn Iken
Foto: Jörn Iken

Im Vordergrund steht die stets ausreichende Versorgung mit dem nach wie knappen Rohstoff Solarsilizium. Wie der Vorstandsvorsitzende Anton Milner (Foto) am 5. Februar am Firmensitz in Wolfen-Thalheim mitteilte, wird erstens ein langfristiger Liefervertrag mit der norwegischen Firma Elkem Solar eine Gesamtmenge von fast 67.000 Tonnen Silizium bis zum Jahr 2018 sichern. Zweitens übernimmt Q-Cells 17,9% der Aktien der Renewable Energy Corporation ASA (REC), die als weltweit größter unabhängiger Hersteller in Høvik (Norwegen) Solarsilizium produziert.

Damit verstärken sich die Bindungen zwischen den beiden Unternehmen Q-Cells und REC, die bereits in der Vergangenheit nicht nur durch langjährige Lieferverträge liiert sind, sondern auch die beiden Solarunternehmen EverQ GmbH und CSG Solar AG gemeinsam betreiben.

Damit hat Q-Cells zwei Eisen im Feuer: Während REC Solarsilizium nach dem bewährten Siemens-Verfahren produziert (Kapazität 5.800 Tonnen im Jahr 2006), verfolgt die Elkem Solar einen ganz anderen Weg (»metallurgisches Verfahren«). Die Pilotanlage läuft seit 2005, ab 2008 soll die jährliche Produktion 5.000 Tonnen erreichen.

Die Börse reagierte auf diese Mitteilungen euphorisch. Der Aktienkurs kletterte um 20% auf 50,00 € und zog weitere Solarwerte mit. Eine Rolle spielten dabei auch die vorläufigen Geschäftszahlen, die ebenfalls am 5. Februar verkündet wurden. Der Umsatz stieg demnach von 299 Mio. € (2005) auf 540 Mio. € (2006), das Ebit kletterte von 63 auf 129 Mio. € und der Jahresüberschuss von 40 auf 88 Mio. €.