PV legt weiter zu

Die Zahl der neu installierten PV-Anlagen bis 10 kWp ist 2017 deutlich gewachsen. (Foto: iStock)
Die Zahl der neu installierten PV-Anlagen bis 10 kWp ist 2017 deutlich gewachsen. (Foto: iStock)
04.01.2018

Die Nachfrage nach Photovoltaikanlagen ist 2017 gegenüber dem Vorjahr 2016 im Eigenheimsektor um etwa ein Viertel gestiegen. Insgesamt wurden 2017 rund 55.000 Solarstromanlagen mit einer Nennleistung von bis zu 10 kWp installiert, schätzt der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar). Im Jahr 2016 waren es noch gut 44.000 neue Solaranlagen. Aufgrund der deutlich verbesserten Rentabilität neuer PV-Systeme erwartet der Verband 2018 ein weiteres Anziehen der Nachfrage.

Bis heute wurden im gesamten Bundesgebiet rund 980.000 Photovoltaikanlagen in der Leistungsklasse bis 10 kWp installiert. „Landauf, landab investieren wieder deutlich mehr Haushalte in eine eigene Solarstromanlage. Die Investition in eine klimafreundliche Eigenstromversorgung macht sich meist auch finanziell nach relativ kurzer Zeit bezahlt“, erläutert Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Treiber der Entwicklung sind insbesondere Anlagen mit Batteriespeicher. „Jede zweite neue Photovoltaikanlage der Eigenheimklasse wird bereits zusammen mit einem Solarstromspeicher installiert, der den Eigenverbrauch erhöht und die Stromnetze entlastet“, so Körnig.

Im zweistelligen Prozentbereich dürfte 2017 auch die Zahl der Photovoltaikanlagen für größere Dächer in Gewerbe, Handel und Industrie gestiegen sein. „Auch immer mehr Unternehmen erkennen die Wirtschaftlichkeit von Solarstrom und investieren in ein PV-Kraftwerk auf dem eigenen Firmendach“, so Körnig.

Der BWS-Solar schaut daher mit positiven Erwartungen auf das Jahr 2018. Körnig: „Insgesamt stimmt die Belebung der PV-Nachfrage zuversichtlich. Wenn wir die Klimaziele erreichen und den wachsenden Ökoenergiebedarf im Strom-, Wärme und Verkehrssektor decken wollen, müssen wir an Tempo jedoch noch deutlich zulegen.“

2017 höhere Erträge als im Vorjahr

Führende Wissenschaftler halten eine Vervielfachung der jährlichen solartechnischen Installationsleistung für erforderlich. Dass die Sonne in Deutschland ausreichend scheint, um hohe Anteile des privaten Stromverbrauchs abzudecken, belegen aktuelle Analysen von Meteocontrol für den Bundesverband Solarwirtschaft auf der Datenbasis von mehr als 43.000 Photovoltaikanlagen. In allen Regionen des Landes lag die gemessene Solarstromerzeugung 2017 dabei leicht über den Werten des Jahres 2016. Spitzenreiter in der solaren Stromerzeugung waren insbesondere der Osten Deutschlands mit 989 kWh pro kW installierter Leistung gegenüber 956 kWh im Vorjahr (+3,5 %) und der Süden mit 968 kWh/kWp gegenüber 953 kWh im Vorjahr (+1,6 %). Weniger sonnenverwöhnt waren nach den Meteocontrol-Daten der Westen des Landes mit 869 kWh pro kWp gegenüber 834 kWh (+4,2 %). Am schlechtesten schnitt der Norden ab. Hier lag die durchschnittliche Solarstromerzeugung bei 865 kWh/kWp, das sind nur 0,6 % über dem Vorjahreswert von 850 kWh/kWp.

Im Jahr 2017 hat eine für Einfamilienhäuser typische neue Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von 5 kWp im Bundesdurchschnitt daher mehr als 4.700 kWh Solarstrom erzeugen können. Dies deckt rechnerisch den durchschnittlichen jährlichen Stromverbrauch eines 4-Personen-Haushalts. Die durchschnittlichen Anschaffungskosten einer Photovoltaikanlage dieser Leistungsklasse liegen inzwischen unter 10.000 Euro und betragen oft nur noch ein Drittel dessen, was für die Installation einer schlüsselfertigen Solarstromanlage gleicher Leistung noch vor zehn Jahren verlangt wurde.

Volker Buddensiek / BSW-Solar