China senkt PV-Zubauziel für 2020

Die Folgen des neuen PV-Ziels für die Solar-Branche sind noch nicht absehbar. (Foto: iStock)
Die Folgen des neuen PV-Ziels für die Solar-Branche sind noch nicht absehbar. (Foto: iStock)
08.11.2016

Chinas National Energy Administration (NEA) hat das neue Ziel für den Solarausbau bis zum Jahr 2020 bekannt gegeben. Demzufolge möchte das Land in den kommenden Jahren eine Leistung von 110 GW erreichen. Damit wurde das ursprüngliche Ziel von 150 GW um 27 % reduziert.

Das neu formulierte Ziel für den solaren Ausbau in China sieht vor, dass im Jahr 2020 60 GW mittels kleiner Solaranlagen (so genannter distributed generation), 45 GW aus größeren Freiflächenanlagen und 5 GW aus CSP erzeugt werden sollen. Diese Teilzeile sind insofern herausfordernd für Unternehmen der Branche, als sie im Bereich von Freiflächenanlagen und CSP bereits erreicht wurden. Dementsprechend würde der Zubau im Bereich von Kleinanlagen stattfinden, der aktuell eine Gesamtleistung von etwa 15 GW erreicht.

In den ersten drei Quartalen dieses Jahres wurden in China insgesamt 27 GW Solarenergie zugebaut. Mit mindestens fünf bis acht weiteren Gigawatt ist laut Aussagen der Asia Europe Clean Energy (Solar) Advisory Co. Ltd. (AECEA) noch vor Ablauf des Jahres zu rechnen. Entsprechend läge die erwartete Leistung Ende 2016 bei 75 bis 78 GW. Sollte die bekannt gewordene niedrigere Einspeisevergütung in 2017 wirklich in Kraft treten, würde dies allerdings aller Wahrscheinlichkeit nach zu einem massiveren Zubau bis Ende 2016 führen. Fraglich ist, wieviel Raum in den kommenden Jahren dann noch für die Branche bliebe.

Die AECEA hält das veröffentlichte Ziel für ein Minimal-Ziel mit Raum nach oben. Das Ziel des 12. Fünfjahresplans (2011-2015) sei beispielsweise auch um 21 % überschritten worden. Die öffentliche Verlautbarung legt ebenfalls nahe, dass das Ziel überschritten werden könne. Die Frage ist nun noch um wie viel.

Philipp Kronsbein / AECEA