Sonnenhaus-Institut öffnet sich für Wärmepumpe und PV

Diese Kombination von Solarthermie und Photovoltaik soll die nächste Sonnenhaus-Generation ausmachen. Bei dem Sonnenhaus auf dem Foto wurden 54 Quadratmeter Solarkollektoren mit Solarstrommodulen kombiniert. 68 Prozent ihres Heizenergiebedarfs können die Bewohner mit der Solarwärmeanlage decken. (Foto: Sonnenhaus-Institut / KHB Creativ-Wohnbau)
Diese Kombination von Solarthermie und Photovoltaik soll die nächste Sonnenhaus-Generation ausmachen. Bei dem Sonnenhaus auf dem Foto wurden 54 Quadratmeter Solarkollektoren mit Solarstrommodulen kombiniert. 68 Prozent ihres Heizenergiebedarfs können die Bewohner mit der Solarwärmeanlage decken. (Foto: Sonnenhaus-Institut / KHB Creativ-Wohnbau)
17.11.2015

Das Sonnenhaus-Institut öffnet sich weiter für die Kombination Photovoltaik und Wärmepumpe. Auf der aktuellen Jahreshauptversammlung wurde beschlossen, den Fokus nicht mehr ausschließlich auf die Solarthermie zu legen und sich verstärkt anderen regenerativen Energien zu widmen.  

Ganz neu ist die Öffnung derweil nicht, schon im Juni 2014 wurde die Definition des Sonnenhauses in den Kategorien „Sonnenhaus Standard“, „Sonnenhaus Plus“, „Sonnenhaus Autark“, „Sonnenhaus f“ (mit fossiler Nachheizung) und „Sonnenhaus im Bestand“ präzisiert. Und auch Erfahrung mit der Photovoltaik hat das Institut schon länger. Viele der mittlerweile 1.800 Sonnenhäuser in Deutschland sind bereits mit Solarkollektoren und Photovoltaikmodulen zugleich bestückt.

Die Sonnenhauskategorien im Detail:

  • Sonnenhaus Standard: Dies ist die klassische Variante mit großer Solarwärmeheizung und regenerativer Zuheizung. Die neuen, erweiterten Kriterien beziehen neben der Wärme auch den Haushaltsstrom mit ein.
  • Sonnenhaus Plus:  Hier kann eine zusätzlich installierte Photovoltaikanlage bei entsprechender Dimensionierung für eine positive Primärenergie-Jahresbilanz sorgen.
  • Sonnenhaus Autark: Hier muss nicht nur für die Wärme, sondern auch für die Stromversorgung einen Autarkiegrad von mindestens 50 % aufweisen
  • Sonnenhaus f: Hier wird mit einer Öl- oder Gasbrennwertheizung nachgeheizt.
  • Sonnenhaus im Bestand: Hierbei handelt es sich um sanierte Gebäude, die den ersten vier Kategorien zugeordnet werden können.

Sonnenhaus-Kriterien bleiben streng

Trotz der Öffnung zur Photovoltaik und Wärmepumpe, die in neuen erweiterten Kriterien berücksichtigt werden, muss weiterhin 50 % des Wärmeenergiebedarfs solar gedeckt werden. Nur sind nun beide Solartechnologien zugelassen.

Für den sonnenarmen Winter empfiehlt das Sonnenhaus aber weiterhin eine regenerative Zusatzheizung wie etwa einen Pellets- oder Hackgutkessel. Diese braucht eine Wärmepumpe zwar grundsätzlich nicht, aber unnötige zusätzliche Belastungen des Stromnetzes sollen so vermieden werden. Vor allem an sonnen- und auch zugleich windarmen Tagen wird die Wärmepumpe vom Sonnenhaus-Institut nach wie vor kritisch gesehen.

Alleinstellungsmerkmal niedriger Primärenergieverbrauch

Keine Änderungen oder Aufweichung gibt es beim Energiebedarf, den das Institut fordert, damit sich ein Gebäude Sonnenhaus nennen darf. Neu errichtete Sonnenhäuser dürfen einen Primärenergiebedarf von 15 kWh/m2a nicht überschreiten. Lediglich das Sonnenhaus f  hat einen etwas weniger strengen Grenzwert von 30 kWh/m2a.

„Der extrem niedrige Primärenergieverbrauch ist unser Alleinstellungsmerkmal bei allen Energiesparhäusern“, erklärt Georg Dasch, 1. Vorsitzender des Sonnenhaus-Instituts. „Angesichts der notwendigen CO2-Reduktion werden wir da auch nicht nachlassen.“

Jan Gesthuizen