Weltweit leistungsstärkste Gezeitenturbine geht an den Start

Das schwimmende Gezeitenkraftwerk O2 ist das leistungsstärkste seiner Art	Quelle: Orbital
Das schwimmende Gezeitenkraftwerk O2 ist das leistungsstärkste seiner Art Quelle: Orbital
24.06.2021

Im Frühjahr soll die weltweit leistungsstärkste, schwimmende Gezeitenturbine vor der Küste Schottlands am European Marine Energy Centre (EMEC) in Orkney ihren Betrieb aufnehmen. Für das jüngste Projekt des schottischen Unternehmens für Gezeitenenergie, Orbital Marine Power, lieferte der Wälzlagerhersteller SKF die beiden kompletten Antriebsstränge. Generatoren von ABB Motion gewährleisten dabei eine zuverlässige Stromerzeugung.

Bei der Turbine mit der Bezeichnung O2-2MW handelt es sich um einen 73 m langen Schwimmkörper, der auf beiden Seiten eine 1-MW-Turbine trägt, um 1.700 Haushalte mit Strom zu versorgen. Die dort installierten Rotoren haben einen Durchmesser von 20 m mit einer Gesamtrotorfläche von 600 m2 – die größte Rotorfläche, die jemals an einer Gezeitenturbine installiert wurde. Die Rotorblätter lassen sich um 360° drehen. Dies verleiht der O2 einen maximalen Wirkungsgrad und bewirkt, dass sich nicht der gesamte Schwimmkörper nach den Gezeiten ausrichten muss.

Die Zuverlässigkeit der Generatoren ist entscheidend für den Erfolg der Turbine. Der Lieferumfang von ABB um--fasst zwei wassermantel-gekühlte AC-Generatoren M3LG 450 LC 4 mit einer Leistung von je 1.120 kW. Aufgrund ihrer sehr kompakten Bauweise mit einer Achshöhe von nur 450 mm können die Generatoren mit ihrer hohen Leistungsdichte problemlos in den beiden Gondeln des Gezeitenkraftwerks eingebaut werden. Damit ist die O2 die leistungsstärkste Gezeitenturbine der Welt.

Beim Ausbau der erneuerbaren Energien leisten Technologien zur Nutzung der Gezeitenenergie einen wichtigen Beitrag zur Energiewende. In schwimmenden Gezeitenturbinen steckt ein großes Potenzial, da sie vergleichsweise niedrige Installations- und Instandhaltungskosten haben. Weitere Turbinen von Orbital sind bereits in Planung. Auch hier kooperiert das Unternehmen bei den wichtigen Antriebsstrangelementen mit SKF.

Das O2-Projekt wurde durch das Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon 2020 der Europäischen Union im Rahmen des FloTEC-Projekts (Zuschussvereinbarung Nr. 691916) und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung durch das Interreg North West Europe-Programm innerhalb des ITEG-Projekts gefördert. Darüber hinaus wurde es auch im Rahmen des „Oceanera-Net Cofund“-Projekts unterstützt, das aus nationalen/regionalen Quellen finanziert und vom Forschungs- und Innovationsprogramm Horizon2020 der Europäischen Union kofinanziert wurde.