Wärme ist wichtigste Nutzenergie

Wärme als wichtigste Nutzenergie (Foto: Pixabay/PixelAnarchy).
Wärme als wichtigste Nutzenergie (Foto: Pixabay/PixelAnarchy).
20.02.2014

Die AG Energiebilanzen hat die Anwendungsbilanz für den Endenergiesektor aktualisiert. In Deutschland wurden demnach 2012 insgesamt 8.998 PJ Energie verwendet. Der Gesamtenergieverbrauch sank im Vergleich zu 2008 um 2 %, bei Privathaushalten sank der Verbrauch sogar um 5 %.

Im Privathaushalt verwenden die Deutschen den größten Teil, nämlich 90 %, ihres Energiebedarfs für die Bereitstellung von Wärme. Hiervon entfallen 70 % zum Heizen, ungefähr 15 % auf die Warmwasserbereitung und 6 % auf Prozesswärme, wie zum Beispiel das Kochen. Gekocht wird überwiegend mit Strom (97,5 %). Zur Kühlung, für mechanische Energie, Information und Kommunikation wurde sogar ausschließlich Strom eingesetzt. Warmes Wasser erzeugten Privathaushalte zu knapp 20 % mithilfe von Strom. Der Einsatz von Strom für Heizzwecke ist jedoch von 3,3 auf 1,9 % zurückgegangen, was an einem vermehrten Einsatz von Solarthermie, Wärmepumpen und Pelletsheizungen und einem gleichzeitigen Rückgang an Nachtspeicherheizungen liegen könnte. Knapp zwei Drittel der Nutzwärme wird immer noch durch Gas- (41,6 %) und Ölheizungen (23,1 %) erzeugt, erneuerbare Energien trugen hier knapp 17 % bei.

 

Knapp zwei Drittel des Endenergiebedarfs der Industrie entfallen auf die Wärmeherstellung für industrielle Produktionsprozesse. Dafür werden vor allem Gas (47 %) und Kohle (21 %) eingesetzt. Ungefähr 20 % der Energie werden für den Antrieb von Motoren, Pumpen und Prozess- und Steuerungstechnik verwendet. In diesen Bereichen wird fast ausschließlich Strom (97 %) verwendet.

Energieeffizienz verbessert

Der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten Endenergieverbrauch der Industrie ist in 4 Jahren von 3,8 % auf 4,7 % im Jahr 2012 gestiegen. Mit insgesamt rund 2.599 PJ lag der gesamte Endenergieverbrauch der Industrie 2012 nahezu auf dem Niveau von 2008. Allerdings haben sich sowohl die Produktionszahlen als auch die Beschäftigtenzahlen weiter erhöht, sodass sich die Energieeffizienz bezogen auf die wirtschaftliche Leistung weiter verbessert hat.

Den Energieverbrauch des Verkehrsbereiches deckt zu 93 % das Mineralöl. Strom wird hauptsächlich für den Schienenverkehr eingesetzt und macht 2 % des Endenergieverbrauches aus. Die erneuerbaren Energien decken knapp 5 % des verkehrsbedingten Energiebedarfs und Gas kommt auf den niedrigen Anteil von 0,3 %.

Der gesamte Endenergieverbrauch in Deutschland lag 2012 mit knapp 9.000 Petajoule etwa 2 % unter dem Verbrauch von 2008. Privathaushalte verzeichneten in diesem Zeitraum den größten Rückgang mit 5 %. Der Endenergieverbrauch von Gewerbe, Handel und Dienstleistungen sank um 3 %, wohingegen der Energieverbrauch von Industrie und Verkehr seit 2008 nahezu unverändert geblieben ist.

Die Einzelberichte der AG Energiebilanzen finden sich hier.

Tanja Peschel