Solarpark mit Ost-West-Ausrichtung in Betrieb genommen

29.06.2022

Im brandenburgischen Breddin hat die NaturEnergy, Tochter des Öko-Energieversorgers Naturstrom AG, ihren neuesten Solarpark in Betrieb genommen. Das Besondere an der 5,6MWp großen Anlage: Durch die Ost-West-Ausrichtung der Module produziert der Park, anders als Photovoltaikanlagen mit klassischer Süd-Ausrichtung, mehr Solarstrom in den besonders nachfragestarken Tageszeiten.

»Die dachförmige Ost-West-Ausrichtung der Photovoltaik-Module trägt zu einer gleichmäßigeren Solarstromproduktion über den Tag hinweg bei. Die geringere Einspeisung in der Mittagszeit und eine höhere Stromproduktion in den Morgen- und Abendstunden zahlen deutlich auf die Netzstabilität ein«, sagt Dr. Thomas E. Banning, Geschäftsführer der NaturEnergy KGaA und Vorstandsvorsitzender der Naturstrom AG, der Gründerin der auf eine saubere Energieerzeugung spezialisierten NaturEnergy.

»Für Naturstrom als Öko-Energieversorger geht es nicht um eine maximale Stromproduktion, sondern um die bestmögliche Übereinstimmung zwischen Angebot und Nachfrage«, erläutert Banning. »Die Morgen- und Abendstunden, in denen dieser Solarpark mehr produziert als klassisch ausgerichtete Anlagen, sind traditionell nachfragestarke Zeiten. Das macht die in Breddin produzierten Strommengen besonders wertvoll.« Zwar produziert die Anlage durch die Ost-West-Ausrichtung in Summe weniger Ökostrom als eine klassisch nach Süden ausgerichtete Anlage mit derselben Leistung. Dafür aber ist der zu Zeiten mit hoher Nachfrage produzierte Strom mehr wert. Zudem wird nach Ansicht von Naturstrom und NaturEnergy mit dem angestrebten massiven Zubau von Photovoltaikanlagen in Deutschland schon in wenigen Jahren eine Überproduktion von Solarstrom in der Mittagszeit entstehen, die kaum noch einen Wert haben wird.

Ein weiterer Vorteil der Ausrichtung ist ein geringerer Flächenbedarf für die Anlage bei derselben Leistung. »Die Modulreihen können durch die dachähnliche Anordnung enger gestellt werden, sodass wir die Fläche besser ausnutzen und somit geringere Flächenkosten erreichen«, so Banning weiter. »Die Ost-West-Ausrichtung war bislang vor allem auf Dachflächen interessant, wird aber zukünftig auch bei Freilandanlagen eine Rolle spielen.«

Der Solarpark befindet sich entlang einer Eisenbahnstrecke und wird voraussichtlich rd. 5,2 Mio. kWh Strom im Jahr produzieren. Damit werden der Umwelt jährlich rund 1 600 t CO2 erspart. Den Zuschlag für den Park hat die NaturEnergy im Rahmen einer Innovationsausschreibung erhalten. Für den vor Ort erzeugten Strom erhält das Unternehmen eine geringe fixe Marktprämie, die für jene Zeiten auf null sinkt, in denen negative Preise am Day-Ahead-Markt der Strombörse herrschen. Refinanzieren muss sich die Anlage also vor allem im Markt.